… keine Bank!
Busfahren in Berlin kann so richtig schön zum Wahnsinnigwerden aufregend sein. Was im Wesentlichen darin begründet liegt, dass die Berliner Verkehrsgesellschaft bei ihren Bewerbungsgesprächen mit potentiellen Busfahrern ganz offensichtlich nach 2 Hauptkriterien Entscheidungen trifft: Entweder muss der künftige BVG-Mitarbeiter ein fröhlicher, meist laut vor-sich-hinsingender und zudem ein äußerst übertrieben mitteilungsbedürftiger Zeitgenosse sein. Oder aber er muss der Typus Mensch sein, dem man, begegnet man ihm auf der Straße, ausweicht, indem man die Straßenseite wechselt, weil er schon auf 50 m Entfernung solch eine Aura ausstrahlt, dass man von allen Kindheitstraumata zum Thema “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann.” augenblicklich heimgesucht wird. Es gibt nichts dazwischen.
Dieser Tage traf mich das Schicksal just unbarmherzig, als ich in den 104er Richtung Neu-Westend/Brixplatz, einstieg und hinter dem Lenkrad einen Fahrer Marke “Sprich-mich-nicht-an-sonst-fress-ich-dich” antraf. Ich schluckte einmal kurz, ging direkt auf ihn zu, hielt ihm mutig einen 5-Euro-Schein entgegen und sagte mit leicht zitternder Stimme: “Einmal AB bitte.”
AB bedeutet in der Tarifwelt der BVG schlicht: Stadtweite Gültigkeit und kostet 2,10 Euro.
Der ungehobelte Kerl nette Busfahrer blickte 7 lange Sekunden auf den 5-Euro-Schein in meiner Hand, anschliessend mir für 0,001 Sekunde ins Gesicht, dann stur geradeaus zum Fenster hinaus und bellte kurz, aber nicht minder eindrucksvoll, los: “Junge Frau, das ist ein Bus, keine Bank.”
Ich, völlig (!) verblüfft: “Bitte wie?”
Er schwieg und bewunderte konsequent die Aussicht aus seinem Fenster.
Ich setzte nach: “Das sind 5 Euro, nicht 500!!”
Er schwieg weiter und bewundert weiter konsequent den vor ihm liegenden Asphalt.
Ich schwieg auch.
Nach weiteren ca. 10 Sekunden des kollektiven Schweigens stellte ich resigniert fest, dass ich definitiv von diesem Rüpel Busfahrer keinen Fahrschein verkauft bekomme und stieg, den 5-Euro-Schein hilflos in meiner Hand haltend, wieder aus. Er schloss die Tür und fuhr los. Ohne mich. Schweigend selbstverständlich und mit Blick unbarmherzig weiter stur nach Vorne gerichtet.
Naja, immerhin hat er mich “junge Frau” genannt. Ich werte das als Teilsieg für mich ![]()
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Am 31. Juli 2006 um 09:24 Uhr
Ich wäre nicht ausgestiegen, sondern einfach mitgefahren.
Am 31. Juli 2006 um 13:53 Uhr
Ja ich wäre auch mitgefahren.
In Hamburg gibt es sogar einen Passus in deren Regeln dazu, das wenn der Busfahrer bei kleinen Scheinen (nicht näher definiert) nicht wechseln kann man mitfahren darf oder wenn. Z.B. beim Startbahnhof der Automat(?) kaputt ist, man ohne Fahrschein fahren darf bis zum Ziel oder dem ersten Umsteigen um dann eine Fahrkarte zu lösen, was natürlich jeder tun wird
Am 31. Juli 2006 um 23:28 Uhr
Ich wäre mitgefahren und mich anschließend schriftlich beschwert. Aber so wird es weiterhin bleiben, dass es nur die zwei Typen von Busfahrer gibt.
Am 4. August 2006 um 10:14 Uhr
Ta Lun hat recht, das gilt auch für die BVG in Berlin.
Beschweren hilft bei der BVG nur Begrenzt. meist bekommt man ein Formschreiben zurück und nix ändert sich
Am 2. September 2006 um 02:28 Uhr
[…] In … keine Bank! hatte ich ja mal von dieser absonderlichen Geldschein-Allergie berichtet, die so mancher Berliner Busfahrer liebevoll hegt und pflegt. Wenn sich eine solche Aversion gegen Papiergeld allerdings noch mit einem latenten Hang zu Rassismus vermischt, dann kann daraus was ganz Perverses entstehen. So geschehen am vergangenen Donnerstag im 104er Richtung Heimat. Der 104er fährt, das sollte man wissen, so einmal kwer durch Berlin-Neukölln. Da geht’s dann schon ein bisschen Multi-Kulti zu, das bringt die Gegend so mit sich - und ist ja auch erstmal nix Schlimmes. Sollte man denken. […]
Am 23. September 2006 um 17:48 Uhr
Unfreundliche Busfahrer gehören in Berlin leider zum Alltag. Ich bin viel mit der BVG unterwegs und habe schon viel beobachtet: Beleidigung, Witze auf Kosten der Fahrgäste, an Nötigung grenzendes Verhalten (z.B. Tür vor der Nase zumachen und Fahrgäste nicht mehr aus- bzw. einsteigen lassen, wenn sie den Weg zur Tür nicht schnell genug zurücklegen konnten), gezielt ruppiges Fahrverhalten (scharfe, unnötige Bremsungen) etc pp. Viele Busfahrer kennen sich außerdem nicht mit Zeitfahrkarten und anderen Tickets aus und lassen ihrer Aggression den Fahrgästen gegenüber zu solchen Gelegenheiten gerne freien Lauf.
Ich bin leider auch schon selbst von der Unfreundlichkeit der Busfahrer betroffen gewesen. Mittlerweile lasse ich mir nichts mehr gefallen. Aussteigen, das Nummernschild des Busses merken, ebenso die Haltestelle, Richtung und Uhrzeit aufschreiben und auf den nächsten Bus warten. Später dann eine (freundliche!) Mail an info@bvg.de schreiben.
Ich weiß nicht, ob die Mails was bringen… Das Unternehmen weiß ja genau, dass viele Fahrgäste auf die Benutzung seiner Busse angewiesen sind…
Ich habe aber mittlerweile teilweise regelrecht Angst, bei bestimmten, mir schon bekannten Fahrern einzusteigen. Wie gesagt, bin leider viel im BVG Bus unterwegs…
Tolle Alternative: Ins Taxi steigen und den Preis für eine Kurzstrecke aushandeln. Kurzstrecke kostet immer pauschal drei Euro, die Länge der Fahrt muss dann ausgehandelt werden (2-3 Kilometer sind drin). Besonders abends ist dies manchmal angenehmer, als auf einen Rüpel Busfahrer zu treffen…
Wünsche Euch allen noch viel Spaß im öffentlichen Nahverkehr!
Am 8. September 2007 um 13:31 Uhr
Kommt mir bekannt vor:
wir in nürnberg haben auf der straßenbahn line 8 lienenersatzverkehr ein älter herr wollte in Erlenstegén mti mit besagten bus zu steigen,die eigentliche haltestelle ist verlegt so das der bus eine ersatzhaltestelle hat also gab es keinen fahrscheinautomaten, der Ältere Herr steigt in denn Bus sagt zum Fahrer einmal Langstrecke (der Busfahrer hatte die kasse dabei) Meinte der Busfahrer Ich bin a bus und ka straßenbahn bei mir gibts keine tickts. Na gut dachte sich der mann fährt ja lel5min ein bus fhar ich mit dem nächsten. das das selbe spiel und der selbe sprüch beim 3 hatte er glück und hat hin mit genommen. (nur müss der Busfahrer ihn auch mitnehemn wenn er nicht wechseln kann etc. so halt wie in Berlin.
Fazit Immer wieder Spass mit der VGN