Wochenendticket - nie wieder Samstags

Basierend auf dem Bericht über das Chaos in Bonn am 7.11. habe ich mich an eine mittlerweile ca. 5 Jahre zurückliegende Bahnfahrt erinnert. Dort bin ich zusammen mit zwei anderen Personen quer durch Deutschland gefahren mit dem Wochenendticket. Damit kann man ja nur den Nahverkehr nutzen und nicht den Fernverkehr. Dummerweise war es Samstags und damit fahren auch viele Fussballfans unterwegs. Und in Essen nahm das Unglück seinen Lauf…

In Essen stiegen eine Menge Fans von Rot-Weiß-Essen ein. Zum größten Teil Leute, die man so als einfache Arbeiter bezeichnen würde, zumindest wenn man es wohlwollend ausdrückt. In Braunschweig hatten wir etwas Zeit, da wir dort umsteigen mussten. Wir stiegen also aus und gingen erstmal in den McDonalds gemütlich frühstücken. Draußen vor dem Bahnhof hörte man ein paar Mal die Polizei, wie sie mit Blaulicht und Martinshorn rumfuhr, aber dabei denkt man sich erstmal nichts. Aber als wir dann aus dem McDonalds rausgingen und zu unserem Zug wollten, stellten wir fest, was los war.

Es hatte Schlägereien zwischen den Fans von Rot-Weiß-Essen und irgendwelchen andern Fans gegeben. Die Polizei hatte knapp 100 Meter vom McDonalds entfernt im Bahnhof Tränengas versprüht. Dort stand vor der Treppe, die in Richtung Bahnsteige ging, eine Gruppe von ca. 50 Leuten, denen man das Tränengas auch ansah. Vor der Treppe war eine Polizeikette aus vielleicht 10 Mann. Allesamt nicht besonders stämmig gebaut. Wir wollten an dieser Polizeikette vorbei, es war eindeutig, das wir nicht zu diesen “Fans” bzw. Hooligans gehören. Während wir also zwischen Hooligans und der Polizeikette waren, kamen die Hooligans auf die Idee, die Polizeikette zu durchbrechen. Mir ist dabei erstmal das Herz in die Hose gerutscht. Wir haben uns dann nur noch an den Rand gerettet und die machen lassen. Erstaunlich fand ich, dass diese Polizeikette hielt. Das hätte ich nicht gedacht. Wir sind danach dann vorbeigelassen worden und konnten zu unserem Zug gehen.
Der Bahnhof sah vielleicht aus. Alles was an Scheiben auf diesem Bahnhof einschlagbar war, war eingeschlagen.

Im Zug beschlich uns dann auch ein mulmiges Gefühl. Der war gut gefüllt mit Leuten, die an der Schlägerei teilgenommen hatten. Teilweise sah man auch die ein oder andern Blutflecken an den Händen. Wir waren froh als wir das nächste mal umsteigen mussten und die Polizei dort gut vorgesorgt hatte. Da stand direkt eine Hundertschaft bereit um sowas wie in Braunschweig zu verhindern.

Aber seitdem hab ich mir geschworen, nie wieder Samstags ausgehnte Reisen im Regionalverkehr zu unternehmen. Sowas möchte ich nicht nochmal erleben!

7 Meinungen der Mitfahrer vorhanden zu “Wochenendticket - nie wieder Samstags”

  1. Matthias

    Sonntags gibt es auch Fußballspiele, wenn auch weniger. Sowas hab ich Gott sei Dank noch nicht erlebt, aber ein mulmiges Gefühl beschlich mich schon öfter, wenn ich nichtsahnend in sowas hineingeriet… meistens war das aber nur auf dem Bahnhof kritisch, da ich eine andere Strecke fuhr.

  2. NIX

    Es ist ein BurgerKing ;o)))

  3. Eilan

    So ein Erlebnis hatte ich vor Jahren auch mal. Allerdings in Köln.
    Eine Kollegin und ich wollten durch einem Nebeneingang zu unserem Gleis, als uns ziemlich viele Menschen entgegengerannt kamen. Wir sahen dann auch warum: irgendwelche Fussballfans (ich bin weder aus Köln, noch weiß ich irgendwas über Fussball) lieferten sich gerade eine Schlägerei mit der Polizei. Und die ging nicht gerade zimperlich mit den Leuten um. Es Schlagstöcke flogen nur so um sich, auch die Bierdosen und sonstiges Gerät. Und der ganze Pulk kam auf uns zu. Das delikate an der Sache war: ich hatte in einer Tüte Porzellangeschirr und in der anderen Spargel (fragt nicht….) und sah mich inmitten einer aus Fussballfans und Polizisten wogenden Menge. Was also tun? Irgendwie haben wir es geschafft, den Bahnhof rückwärts zu verlassen. Wir hatten zum Glück noch ein wenig Zeit. Die Situation enstpannte sich wieder, weil doch einige Fans in einen Zug gequetscht wurden. Eine ziemlich genervte Durchsagedame sagte dann noch folgendes durch: “können bitte die xy-Fans jetzt alle in den Zug nach yz steigen? Dann könnten wir auch endlich losfahren…”

  4. El Loco

    Die Essener Fans sind leider traurig berühmt…
    tatsächlich kann es hilfreich sein, sich den Spielplan anzusehen und ggfs. den Fahrtweg anders zu planen.

  5. Frank Hartmann

    Unser Zug mußte mal in einem Tunnel anhalten, weil Fußball-Fans beschlossen hatten, nach dem Spiel da durch zu marschieren. Dann wurden die Wagen von denen von außen demoliert. War ein tolles Gefühl.

    Fußball-Fans sind grundsätzlich hirnlos.
    Fußball-Hooligans sind darüberhinaus einfach nur scheiße.

  6. Werner Rauch

    Das Gemeine daran ist, dass viele Leute am Fußball sehr gut verdienen (nicht nur die Millionärsspieler, auch die Funktionäre, Gewerbe, Medien …) ich als Steuerzahler den ganzen Wahnsinn aber bezahlen musss: Vandalismus, Polizeieinsatz, medizinische Versorgung …

    Werner Rauch

  7. Spaß mit der Deutschen Bahn

    Fahrradmitnahme in der Bahn - nicht ganz einfach…

    Letzte Woche habe ich mit einigen anderen eine mehrtägige Fahrradtour gemacht. Dabei sind wir sowohl mit der Bahn hin, als auch mit der Bahn zurückgefahren. Sie war übrigens beide male pünktlich! Davor stellte sich die Frage, wie …

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