Bahn-Spass hilft: kann man Ticket in Zug kaufen
Teilweise landen die Leute mit den seltsamsten Suchbegriffen auf dieser Seite. Und bei manchen Suchbegriffen möchte man gerne die Antwort zurückschreiben. Daher diese neue Kategorie Service-Point. In dieser Kategorie werde ich, wenn ich Lust und Zeit habe, Suchbegriffe vorstellen und diese Fragen auch beantworten. Das soll aber keine Aufforderung sein, diese Seite mit abstrusen Suchbegriffen zu finden, nur um hier aufzutauchen
Und nun direkt zur ersten Frage. Mit dem Suchbegriff “kann man Ticket in Zug kaufen” landetet letztes jemand hier auf dem Blog. Die Antwort darauf ist - kurz gefasst - “Kommt drauf an”. Grundsätzlich muss man dabei zwischen Fernverkehr (EC/IC/ICE) und Nahverkehr unterscheiden.
Fernverkehr
Im Fernverkehr kann man generell Tickets im Zug kaufen. Allerdings kosten diese mehr, als wenn man diese vorher kauft. Der Zuschlag beträgt 10%, allerdings mindestens 2€ und maximal 10€. Man ist nicht verpflichtet, dass Zugpersonal zu suchen, um eine Fahrkarte zu erwerben. Allerdings ist man verpflichtet, bei der Kontrolle unaufgefordert darauf hinzuweisem, dass man keine Fahrkarte hat und eine erwerben will. Der entsprechende Auszug aus den aktuellen Beförderungsbedingungen lautet:
3.9.2 Statt des erhöhten Fahrpreises hat der Reisende in Zügen, in denen ein Verkauf von Fahrkarten stattfindet, den festgesetzten Bordpreis zu bezahlen, wenn er dem Zugbegleitpersonal bei der Prüfung der Fahrkarten unaufgefordert meldet, dass er keine gültige Fahrkarte besitzt und sofort eine Fahrkarte erwirbt; es sei denn, der Reisende ist seiner Verpflichtung zum Kauf der Fahrkarte beim Triebfahrzeugführer vor Abfahrt des Zuges bzw. nach Betreten des Fahrzeuges an den Automaten gemäß Nr. 2.1 oder zum Kauf der „Fahrkarte Anfangsstrecke“ gemäß Nr. 2.2 nicht nachgekommen. Diese Regelung gilt auch für den Erwerb von Übergang und Umwegfahrkarten. Der Bordpreis entspricht der Summe (i) des Normalpreises nach Berücksichtigung eines etwaigen BahnCard-Rabattes und (ii) eines Aufschlags in Höhe von 10 % auf diesen Normalpreis, jedoch mindestens 2 € und höchstens 10 €. War bei Fahrtantritt weder ein Fahrkartenschalter geöffnet noch ein zur Annahme von Bargeld geeigneter betriebsbereiter Automat vorhanden, hat der Reisende statt des Bordpreises nur den Normalpreis unter Berücksichtigung etwaiger im Zug erhältlicher Ermäßigungen zu zahlen.
Da im Fernverkehr normalerweise bei größeren Entfernungen fast immer eine Fahrkartenkontrolle stattfindet, ist es auch ratsam das Ticket vorher zu kaufen. Das Ticket immer im Zug zu kaufen ist auf Dauer teurer.
Nahverkehr
In den meisten Nahverkehrszügen ist kein Verkauf von Tickets im Zug möglich. Hier greifen dann die anderen Fälle aus den Beförderungsbedingungen.
Im allgemeinen bedeutet dies, dass man vorher ein Ticket erwerben muss. Auf den Zügen steht dann normalerweise auch außen drauf: “Einstieg nur mit gültigen Ticket”. Es gibt auch Nahverkehrszüge, die Automaten in den Zügen haben. In diesen Zügen ist man dann verpflichtet, nach betreten des Zuges unverzüglich ein Ticket zu erwerben. Diese Züge sollen jeweils gekennzeichnet sein, grundsätzlich ist aber im Nahverkehr davon auszugehen, dass man sein Ticket vorher erwerben muss. Sollte man im Nahverkehr ohne gültiges Ticket angetroffen werden, so wird ein erhöhtes Beförderungsentgelt fällig.
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Am 16. Mai 2007 um 10:41 Uhr
http://www.stuttgarter-zeitung.....2007-05-07
Am 16. Mai 2007 um 16:31 Uhr
Hehe, hilfst Du auch bei den Suchen nach ‘Sex in Hamm’?
Siehe: http://www.bahn-spass.de/2007/.....-der-bahn/
Am 16. Mai 2007 um 21:04 Uhr
Nö, das darf jemand machen, der damit mehr Erfahrung hat, wie z.b. du?
Am 17. Mai 2007 um 00:12 Uhr
… wie ist das eigentlich mit den Kauf von Fahrkarten in Reisebüros? Kann man in jedem auch ein Bahn-Ticket kaufen? - oder nur in Verbindung mit Reisen?
Am 17. Mai 2007 um 22:55 Uhr
servus,
teilweise hab ich schon erlebt das diese reisebüros, die irgendwie mit der bahn zusammenhängen, wenn die schalter voll sind oder unterbesetzt sind zu den leuten in der schlange sagen: hey bei mri gibts auch tickets. solla ber anscheinend nicht die regel sein.
ähm was ich als ergänzung noch hinzufügen möchte zu diesem beitrag: was ist mit haltestellen die keinen automaten mehr haben und ich mehr oder minder ausversehn auf der anderen seite einsteige wo kein triebwagen ist bzw halt am letzten eck? find das alles schikane was die bahn sich da einfallen lässt.
der zug fährt los und ehe ich mit 2 taschen + rucksack mich durch volle gänge quetschen kann zum zugführer, kommt ein kontrolleur. mir nämlich mal passiert so ähnlich. da hatte der bus vorher sagenhafte verspätung und 2 automaten gingen nicht. dazu war weekend und das reisebüro hatte geschlossen. der herr hat mir dann ein ticket für 40 euro verkauft. ich hab ihm dann aber nur meinen BC-25 preis überweisen und die antwort kam: aus kulanz ist das ok.
kundenfreundlich nenn ich was anderes, z.b. die VGB (vogtlandbahn). da haben alle züge einen auotmaten drin und alten omas wird das ticket sogar gekauft von der kontrolleurin.
kurz gesagt: ich finds ne abzocke, wie oft ist mir z.b. schon der schein am automaten net angenommen worden oder er meinte er wolle es passend er hätte kein wechselgeld mehr. *grml*
Am 18. Mai 2007 um 15:45 Uhr
@ Jim Key: Ich hab mich mal lang und breit darüber mit den Kollegen eines Reisebüros über den Kauf von DB-Fahrkarten unterhalten.
Hintergrund:
Ich wollte eine Fahrkarte für einen Zug innerhalb Frankreichs kaufen. Ich hab es online über den französischen Zubringer versucht und hab es nicht geschafft herauszufinden, ob und wann ein passender Zug fahren würde, und wieviel der kostet.
Internetsuche nach Abfahrtszeit ala bahn.de war auf der französischen Seite nicht möglich. Stattdessen gab es ein pdf-File, bei der die Fußnoten fast den gleichen Raum einnahmen, als der Hauptext (Bahn fährt nur im November, Bahn fährt nur werktags, Bahn fährt nur abends, Bahn fährt nur, wenn Mars in Opposition ist. Aaarg). Kurz ich hab irgendwann kapituliert.
Da es so schön naheliegend war, bin ich dann ins Reisebüro gegenüber und wollte hier ein Ticket buchen. Tatsächlich erwies sich das als ziemlich nerven- und zeitaufreibende Angelegenheit - für das Reisebüro. Genug Zeit, um mit der Chefin zu plaudern.
Anscheinend sieht es die Bahn nicht so gern, wenn Tickets über fremde Reisebüro gekauft werden. Die Betreuung von der deutschen Bahn wird jedenfalls immer stärker eingeschränkt. Während die Software für Fahrten innerhalb Deutschlands recht gut funktioniert und ein Ticket recht zügig ausgestellt werden kann (Hab ich selber schon am Frankfurter Flughafen bei einem Reisebüro gemacht), ist das Buchen von Auslandstickets ein reines Glücksspiel.
Auch das geht nur mit der bahneigenen Software und klappt nicht immer bzw. die Bedienbarkeit lässt sehr zu wünschen übrig. Oft muss die Bahn-Hotline für Reisebüros bemüht werden. Zur Zeit sind laut Aussage der Chefin des Betriebes 5 (in Worten fünf) Leitungen für alle Reisebüros Deutschlands zuständig. Man kommt also nicht immer auf Anhieb durch. Zwar erhebt die Damen in solchen Fällen Beratungsgebühr, aber in meinem Fall stand der Aufwand leider in keinem Verhältnis zu den Kosten. (Gespräch mit der Hotline, ewiges Hin-und Herklicken, um die Preise miteinander zu vergleichen, da es keine Übersichtsliste aller Züge gibt etc.)
Dabei kommen gerade ältere Menschen ins Reisebüro, um Bahntickets zu kaufen, weil sie nicht ewig anstehen wollen und von den Automaten überfordert sind.
Fazit: Die Reisebürochefin ist nicht begeistert darüber, Bahntickets zu verkaufen und bietet es als reinen Service an. Und über kurz oder lang könnte es sein, dass die Bahn fremden Reisebüros gar nicht mehr erlaubt, einzelne Bahntickets zu verkaufen, sondern höchstens im Kontingent mit einer Reise.
Am 18. Mai 2007 um 22:51 Uhr
… ja, ja - der liebe Service. Statt sich vetriebsmäßig breit aufzustellen, wird kräftig gespart. Vor allem die älteren Leute leiden darunter. Und unsere Gesellschaft wird nicht jünger.
Wahrscheinlich will die Bahn aber jetzt die Reisebüros “pampern” - Habe heute gelesen, dass man Ende Mai/Anfang Juni Tickets für 2 für einen Fünfziger bekommt. Dann kann man quer durch Deutschland fahren. Wahrscheinlich gab es von den Reisebüros ein paar auf die Mütze, für die Lidl-Aktion vor zwei Jahren…