Die Schrankenposse geht in Bonn und Emmerich weiter
Die nächsten Runden im Bonner und Emmericher Schranken-Drama.
Teil 1: Die Schranken die sich zu früh öffnen können, müssen aufgrund einer Anordnung des Eisenbahn-Bundesamt mit Schrankenwärtern gesichert werden.
Teil 2: Die Bahn legt Einspruch ein.
Teil 3: Das Eisenbahn-Bundesamt gibt dem Einspruch statt, die Schranken dürfen vom Fahrdienstleiter geöffnet und gesperrt werden.
Und nun zu den neuen Ereignissen:
Teil 4: Die Posten in Emmerich und Bonn ziehen ab. Konsequenz in Emmerich: Die Schranken bleiben am nächsten Tag etwas länger unten. Bis zu einer Stunde sind die Schranken geschlossen. Dummerweise liegt die Schließzeit so günstig, dass sie genau den Schulweg zur morgendlichen Schulzeit versperren, wie in RP-Online steht:
Unfassbar: Die Bahn zieht die Posten in Praest ab, lässt die Schranken am Dienstagmorgen bis zu einer Stunde unten. Schulkinder kriechen drunter durch. Gestern verdonnerte das Eisenbahn-Bundesamt die Bahn zum Handeln.
Grund war unter anderem, dass alle Schranken gleichzeitig bedient wurden. Entweder waren alle Schranken zu oder alle offen. Das erhöht natürlich die Schließzeiten der Schranken. Mittlerweile soll sich das geändert haben.
Abber verlassen wir Emmerich und kehren zum Ausgangspunkt des Geschehens, nach Bonn zurück.
Teil 5: Die Schrankenwärter müssen wieder her, da nach Ansicht des Eisenbahn-Bundesamtes die Fahrdienstleister mit der zusätzlichen Aufgabe überlastet sind und die Bahn keine Verstärkung für sie hat, wie der General-Anzeiger berichtet:
Die neue Anordnung des EBA, die am Mittwochabend mündlich erging, ist nach Angaben der Bahn AG am Donnerstag sofort umgesetzt worden. Anlass in Bonn war die “erhöhte, nicht vertretbare Arbeitsbelastung der Fahrdienstleiter”, die jede Schranke manuell öffnen müssen. Dabei ist der Aufsichtsbehörde nun der Kragen geplatzt.
Allerdings betrifft es nur 4 Schranken.
Nun, wer aber denkt, damit wäre der Spaß zuende, bis der Fehler gefunden ist, der irrt. Es geht noch weiter:
Teil 6: Nicht alle Posten nehmen ihre Arbeit ernst. Die Bahn hat dafür eine externe Firma beauftragt, aber anscheinend “vergessen”, die Posten zu schulen. Hinzu kam, dass das Eisenbahn-Bundesamt laut einem Bericht des General-Anzeigers bei Stichproben teilweise eine geringe Arbeitsmoral vorfand. Zwei Posten wurde sogar schlafend angetroffen, ein anderer war längere Zeit nicht aufzufinden:
“Nachdem sich der Zustand am Folgetag nur geringfügig verbessert hatte, fand das EBA am Freitag letzter Woche gegen 10.30 Uhr beide Posten am BÜ Ollenhauerstrasse schlafend in ihrem PKW vor”, teilte die Aufsichtsbehörde am Montag mit.
Konsequenz ist nun, dass nur noch Bahn-Mitarbeiter mit entsprechender Ausbildung eingesetzt werden dürfen. Aber ich habe das Gefühl, das wird nicht der letzte Beitrag zu dem Thema. Bleiben Sie also dran, es bleibt spannend!
Home
Am 5. Juni 2007 um 09:59 Uhr
Keine Angst. Mit der Total-Privatisierung der Bahn (inkl. Schienennetz) und dem Börsengang wird alles besser…
… und ich glaube auch anden Osterhasen und den Weihnachtsmann.
Am 5. Juni 2007 um 19:48 Uhr
Es muss immer erst was passieren, bis was passiert. Wenn es dann einen Toten gibt, dann will es mal wieder keiner gewesen sein. Dann konnte man sich das gar nicht vorhersehen. Dann hat man sich an alle Vorschriften gehalten.
Wie das aussieht, wenn ein Sattelschlepper an einem ungesicherten Bahnübergang in einen Zug rast kann man gerade in Australien sehen.
Ich finde es übrigens gut, dass das EBA nicht nur anordnet, sondern auch ernsthaft kontrolliert. Die Behörde könnte mir sympatisch werden.
Am 5. Juni 2007 um 21:56 Uhr
Hi,
ich habe diesen Blog hier gerade erst gefunden. Gefällt mir echt gut! Zumal wir wohl ein ähnliches Schicksal teilen…hier gibt es meine Geschichten vom täglichen “Spaß mit der Bahn”
http://s8fan.twoday.net/
Macht weiter so…klasse Blog…
Gruß,
Martin
Am 6. Juni 2007 um 01:00 Uhr
@John: Da bin ich auch postiv überrascht. Das EBA scheint zumindest da ihr Aufgabe ernst zu nehmen. Insbesonderes scheint man da auch im Zweifellsfall zügig zu reagieren. Das zeigt sich meines Erachtens auch dadurch, dass Anordnungen mündlich ergingen und damit zugesehen wurde das die sofort umgesetzt werden und nicht erst noch Postlaufzeiten dazukommen.
Am 6. Juni 2007 um 12:02 Uhr
[…] schrieb ich gestern: Aber ich habe das Gefühl, das wird nicht der letzte Beitrag zu dem Thema. Bleiben Sie also […]
Am 25. August 2007 um 00:19 Uhr
tolle sache…
Am 5. September 2007 um 08:16 Uhr
[…] Mit den Schranken in Bonn hatte ich schon vor einiger Zeit meinen Spaß, die verhielten sich etwas seltsam und öffneten sich, obwohl der Zug noch nicht durch war. […]
Am 28. Dezember 2007 um 22:09 Uhr
Krass, nicht auszudenken was für Unfälle mit defekten Schranken passieren können…
Am 11. Mai 2008 um 19:36 Uhr
Wow, wenn da mal nicht irgendwann ein Fehler passiert, was ja nicht all zu selten vorkommt. Dann is aber schluss mit lustig.
Am 11. März 2009 um 18:18 Uhr
Solche Unfälle gab es schon immer und wird auch geben wenn sich die Bahn privatisiert. Wir können nur hoffen das eine Privatisierung die Unfälle aufs minimale vermindert.
Super Blog hier gefäält mir.
Am 1. Dezember 2009 um 21:33 Uhr
Es muss immer was passieren, damit was geändert wird. Bevor nichts passiert, wird meistens auch nichts geändert. Das ist leider so.
Am 28. Dezember 2009 um 16:15 Uhr
Ich hoffe nur, dass es mitterlweile besser geworden ist. Aber manchmal wird erst umgedacht, wenn schlimme Unfälle oder Schicksale passieren. So sind wir Menschen.
Am 5. Januar 2010 um 22:32 Uhr
und wie ist die Lage, hat sich mitterweile alles wieder entspannt?