Automaten statt Personal bei der Bahn - Billiger und besser?
Das seitens der Bahn und der lokalen Verkehrsbetriebe vermehrt auf Ticketverkauf aus dem Automaten und Internet gesetzt wird ist ja nichts neues. Meines erachtens nimmt das teilweise aber - freundlich ausgedrückt - seltsame Züge an.
So gab es Mühlacker Schulungen für interessierte Zuhörer, wie man die Automaten (für den Nahverkehr) benutzt, wie das Mühlacker Tagblatt berichtet. Solche Schulungen müssen ja auch von jemanden geleitet werden. In Mühlacker waren es unter anderem Bahnbeamten, die in den Vorruhestand geschickt wurden, weil ihre Arbeitsplätze durch Automaten überflüssig gemacht wurden. Diese führen nun die Schulungen ehrenamtlich durch. Über dieses Rationalisierungskonzept darf sich nun jeder seine eigene Meinung bilden, auch wenn diese Schulungen nicht von der Bahn organisiert werden.
Nun sollte ja mit den Automaten alles besser werden. Das das nicht ganz geklappt hat, zeigt ja bereits, dass dafür Schulungen angeboten werden. Wenn aber dann die Leute, die die andere schulen sollen, selbst mit den Automaten Probleme haben, verstärkt sich dieser Eindruck:
(…) Mitstreiterin Marliese Sattler, die an „ihrem“ Automaten selbst mit den Tücken des Objekts konfrontiert wird. Etwa bei der Demonstration ihres gut gemeinten Spar-Tipps, bei häufigen Fahrten nach Karlsruhe sich doch ein „City-Quattro-Ticket“ (dt: Viererkarte) zuzulegen. Erst verlangte der Automat die Eingabe von Kennziffern, um dann gänzlich die City-Quattro-Karte zu bestreiken.
Auch verständlich ist es, dass insbesondere Leute, die nicht regelmässig Bahn fahren von der Auswahl überfordert sind:
Davon abgesehen, haben die Helfer des Bus & Bahn-Teams festgestellt, fehlen vielen Bahnkunden die nötigen Infos. Etwa, dass ein 24-Stunden-Ticket günstiger sein kann als eine Hin- und Rückfahrkarte. Oder bei Gruppen ein Baden-Württemberg-Ticket oft billiger kommt als ein Haufen Einzelfahrscheine. „Sich immer informieren, immer rechnen“, hat Brunhilde Fränkle einen durchaus schwäbischen Ratschlag parat. „Es gibt ständig Neuerungen“ ergänzt ihre Mitstreiterin Marliese Sattler
Aber so spart man in doppelter Weise Geld: Weniger Mitarbeiter und Kunden die teurere Tickets als nötig kaufen.
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Am 8. Juni 2007 um 01:45 Uhr
Mittlerweile hat die Bahn zumindest in Köln die Situation erkannt: Anstatt jedoch die Anzahl der Schalter wieder zu erhöhen, beschäftigt sie lieber vermutlich schlecht bezahlte, am roten Jäckchen zu erkennende “Automaten Guides”, die bei Badarf auf die entsprechenden Felder des Touchscreens drücken…
Apropos Automaten: Ich war neulich positiv überrascht, im Münchner Hauptbahnhof moderne Automaten (mit guter Netzwerkanbindung?) vorzufinden, die eine durchaus “responsive UI” aufwiesen und den Ladebalken mit Werbung nicht wie sonst üblich für mindestens 10 Sekunden anzeigten.
Am 9. Juni 2007 um 01:43 Uhr
@max: sowas gibts? relativ schnelle automaten der bahn?
ich erinnere mich nur zugern an die automaten in london, diese konnte man fast im 10-finger-system betippen ohne das sie nen fehler von 2-3cm machten. zwar gewöhnungsbedürftig aufrecht zu tippen aber es ging flott.
dazu fragte er nach dem 3ten mal wo das gleiche ticket geholt wurde, gruppenreise und jeder brauchte eine one-day-travelcard-for-four-zones, gruppentickets gabs nur für einzelfahrten und wir wollten ja den ganzen tag fahren, zum knackpunkt: der fragte uns im ernst wieviele dieser tickets wir denn bräuchten, dann bräuchten wir diese nicht einzeln eingeben. das maximale warn zwar 4 stück aber es ging super fix. und man konnte durch einen einfach knopfdruck sagen: the same again please.