Die Ruhe vor dem Streik-Sturm
Morgen verhandeln die GDL und die Deutsche Bahn miteinander. Auch wenn sich die Deutsche Bahn vorsichtig optimistisch gibt, so gibt auch viele Anzeichen, dass in der nächsten Woche oder später es wieder Streiks geben kann, die über Warnstreiks hinausgehen. Bis Montag wird es auf jeden Fall laut GDL keine Streiks geben, aber danach ist es nicht mehr ausgeschlossen, denn die Fronten zwischen Bahn und GDL sind verhärtert.
So lehnt die Bahn einen eigenen Tarifvertrag für die Lokführer generell ab, genauso wie die Gehaltsforderungen der GDL in Höhe von bis zu 31%. Das Ziel der Deutschen Bahn ist klipp und klar, die GDL zur Annahme des Tarifvertrages, der mit Transnet/GDBA geschlossen wurde, zu bewegen. Spielraum sieht die Bahn höchstens bei den Rahmenbedingungen wie beispielsweise der Anzahl der Ausbildungsplätze. Aber am Kern des Abschlusses will sie nicht rütteln. Das hätte auch für die Bahn unangehme Konsequenzen. So können Transnet/GDBA den gerade geschlossenen Tarifvertrag wieder kündigen, sollten die Lokführer einen besseren bekommen.
Auf Seiten der GDL hingegen ist das erklärte Ziel ein eigener Tarifvertrag. Es ist nicht zu erwarten, dass die GDL dem Tarifvertrag mit Transnet/GDBA zustimmt. Dazu sind auch die Fronten zwischen den Gewerkschaften verhärtert. Während die GDL Transnet vorwirft mit falschen Zahlen das Gehalt der Lokführer besser darzustellen, wirft Transnet im Gegenzug der GDL Machthunger vor. Keine guten Grundlagen für einen gemeinsamen Abschluss.
Aber auch zwischen der Bahn und GDL ist schon im Vorfeld der Machtkampf eskaliert. So hat die Bahn einstweilige Verfügungen gegen die GDL erwirkt. Diese verbieten der GDL zumindest bis Samstag weitere Warnstreiks, da die Gerichte in diesen Warnstreiks einen Verstoss gegen die Friedenspflicht sehen. Die GDL hat dagegen Einspruch eingelegt. Es ist nicht zu erwarten, wenn im Vorfeld schon die Anwälte losgeschickt werden, dass dann am Freitag beide Parteien doch zu einer Einigung kommen. Wenn die Bahn realistisch erwartet hätte, dass sie mit ihrem eventuell geplanten Angebot auf positive Resonanz bei der GDL stoßen, dann hätte man das Klima nicht durch diese einstweiligen Verfügungen vergiften müssen, deren Effekt eh relativ gering war.
Von daher wäre vermutlich bereits die Vereinbarung eines weiteren Gesprächtermins schon als Erfolg zu werten.
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Am 12. Juli 2007 um 19:11 Uhr
hat schon mal jemand die GDL mit Cockpit verglichen und sich gewundert, dass Lokführer anders behandelt werden sollen als Piloten, die ja auch ihre eigene Gewerkschaft haben.
Wo ist also das Problem ????????????????
Am 12. Juli 2007 um 20:07 Uhr
die Bahn hat ja das Problem, das zuviel Personal an Bord ist, was bis 2010 nicht betriebsbedingt verkleinert werden kann. Kommen jetzt auch noch horende Mehrkosten für das Personal auf Mehdörnchen zu, wird es eng mit einem glänzenden Börsengang.
Am 13. Juli 2007 um 01:02 Uhr
[…] Infos zum Streik: Keine Streiks bis Montag, Verhandlungen diesen Freitag « Do you speak […]
Am 13. Juli 2007 um 16:48 Uhr
[…] Infos zum Streik: Keine Streiks bis Montag, Verhandlungen diesen Freitag « Die Bandagen im Kampf zwischen Bahn und GDL werden […]
Am 16. Juli 2007 um 13:57 Uhr
[…] Verhandlungen hat das Arbeitsgericht in Mainz heute der GDL Recht gegeben und die einstweiligen Verfügungen zum größten Teil aufgehoben. So ist es der GDL nun erlaubt im Güter- und Fernverkehr […]
Am 1. August 2007 um 21:52 Uhr
@PS
das war bis vor kurzer Zeit so, aber jetzt sind die Stewardessen und Stewards dazu gekommen, da ist der Vergleich mit Cockpit (leider) nicht mehr so einfach!
Da wirft sich auch die Frage auf, wie ernst die GDL das “L”
genommen hat! Jetzt müsste sie eigentlich GDF heissen: Gewerkschaft Deutscher Fahrpersonale!!!