Drei Liter LKW bei der Bahn?
Bei Henning Roland bin ich auf eine interessante Rechnung der Bahn gestossen.
Auf der Seite Railteam.eu findet sich rechts an der Seite ein paar “Fakten” über den Vergleich LKW/Bahn. So steht dort:
Bei Bahnfahrten wird 2 bis 3 Mal weniger Energie verbraucht als bei Autofahrten. Mit einem Kilogramm Benzin legt ein Lkw 58 km zurück, ein Zug 111 km.
Wenn man den Liter Benzin mit ungefähr 750g ansetzt, macht das bei 100 Kilometern ca. 3 Liter Verbrauch für den LKW. Den 40-Tonner möchte ich sehen, der so einen Verbrauch hat. Diese Zahl muss also entweder falsch sein oder an meiner Rechnung muss etwas falsch sein. Eventuell ist die Zahl ja pro transportierter Tonne angegeben? Dann würde ein voll beladener 40-Tonner auf 100km über 100 Liter verbrauchen. Nach etwas googlen scheint der Verbrauch eines 40-Tonner aber bei ungefähr 30-40 Litern pro 100 Kilometer zu liegen. Ebenfalls eine Diskrepanz.
Ein ganz anderer Punkt ist, dass es sich bei der Seite hauptsächlich um den Hochgeschwindigkeits Personenverkehr dreht. Dies dann mit LKW-Verkehr vergleichen, die Güter befördern ist etwas seltsam. Konsequenterweise müsste man es mit Bussen oder Flugzeugen vergleichen. Oder alternativ Güterzüge mit LKWs. Oder sind Personen bei der Bahn nicht mehr als ein Gut was befördert wird? Früher hießen Reisende bei der Bahn wohl auch “Beförderungsfall”
Fazit: Egal wie man es dreht und wendet, diese Zahlen scheinen so keinen Sinn zu machen. Oder wie heißt es so schön bei dem fälschlicherweise Winston Churchill zugeschrieben Zitat:
Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast
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Am 26. August 2007 um 11:46 Uhr
Die hoffen einfach, dass niemand genauer hinguckt und die Daten einfach geschluckt werden. Meistens haben sie Erfolg damit, ach was, eigentlich immer. Der Gedanke der Aufklärung ist schon lange verloren, kritische Geister sind rar gesät.
Am 26. August 2007 um 16:06 Uhr
Die Zahlen für den Zug (111 km / kg “Benzin” für einen Zug, entsprechend 0,9 kg / 100 km) sind doch auch an den Haaren herbeigezogen. Ich habe gerade mal nachgesehen, ein Liter Dieselöl wiegt rund 1kg (Benzin liegt in der Tat so bei 0,7kg/L). Also wird dort kackfrech behauptet, ein Zug kommt mit einem “Ölkännchen” voll Diesel über 100km weit, ein Verbrauch von 0,9 L / 100 km. So ein “Ölkännchen” verheizt eine Diesellok doch schon beim Anfahren …
Hier hat jemand offensichtlich etwas besser gerechnet: http://www.bus-und-bahn-im-gri....._bahn.html
Dabei gibt es offensichtlich einiges mehr zu berücksichtigen. Aber das kann man der heutigen Klingeltongeneration wohl nicht zumuten.
Am 27. August 2007 um 10:18 Uhr
Der Witz an der Sache ist, daß die Bahn (zumindest die Hochgeschwindigkeitszüge) im Personenverkehr gar nicht so besonders gut abschneidet. Glaubwürdigen Studien zu folge verbraucht ein ICE bei Tempo 300 im durchschnittlich besetzten Zustand etwa die äquivalente Menge von 3 Liter Kerosin pro Fahrgast. Ein voll besetztes Langstreckenflugzeug neuerer Bauart (z.B. ein A340-600, die 787 wahrscheinlich sogar noch wesentlich weniger) nur etwa 2,5 Liter Kerosin pro Fahrgast. Und bei Bussen siehts sogar noch wesentlich besser aus: Ein voll besetzter Reisebus (50 Personen) verbraucht auch nur 30 bis 40 Liter Diesel, was dann immerhin einem Verbrauch von nur 0,6 bis 0,8 Liter pro Fahrgast entspricht.
Am 27. August 2007 um 10:31 Uhr
[…] Drei Liter LKW bei der Bahn? » Spaß mit der Deutschen Bahn bei Die LKWs der Bahnjon bei PlugInstaller WP pluginMarc große Austing bei ActiveLink […]
Am 9. September 2007 um 09:41 Uhr
“Oder wie heißt es so schön bei dem fälschlicherweise Winston Churchill zugeschrieben Zitat”
Ich wollte ja schon meckern… aber das kommt halt davon, wenn man das “fälschlicherweise” überliest. Tolles Blog!
Am 9. September 2007 um 20:33 Uhr
“Beförderungsfall” ist die freundliche Variante. Die fiese lautet “selbstverladefähiges Stückgut”.
Am 10. Juni 2008 um 09:09 Uhr
hm aber einen reisebus mit einem ice zu vergleichen ist auch nicht sinnvoll, da wäre ein IC oder Regionalzug ein passender Vergleich.
Am 10. Januar 2009 um 20:29 Uhr
Moin
Diese ganzen Statistiken und Berechnungen hinken !
Man muss das zu befördernde Gewicht als Grundlage nehmen und dies dann anhand der Strecke ( Fahrleistung = km ) und dem Energieverbrauch ins Verhältnis setzen.
Das heißt also, das ein Fahrzeug mit geringer Auslastung ( zu transportierendes Gut )
einen wesentlich höheren Energieverbrauch hat, als ein voll besetztes.