Ab Donnerstag geht es im Personenverkehr rund - massive Streiks
Der GDL scheint es nicht zu reichen, nur im Güterverkehr zu streiken. Anstatt über einen längereren Streik im Güterverkehr zu versuchen die Bahn in die Knie zu zwingen, holen sie nun den großen Knüppel raus und bestreiken alle Bereiche - Nahverkehr, Fernverkehr und Güterverkehr gleichzeitig. Gestreikt werden soll:
Im Nahverkehr
Donnerstag 02:00 Uhr - Samstag 02:00 Uhr (48 Stunden)
Im Fernverkehr
Donnerstag 02:00 Uhr - Samstag 02:00 Uhr (48 Stunden)
Im Güterverkehr
Mittwoch 12 Uhr - Samstag 02:00 Uhr (62 Stunden)
Ich bin über diese Strategie etwas verwundert. Wie man hier in den Kommentaren sehen kann, sinkt der Zuspruch für die GDL in den Reihen der Bahnfahrer. Und dann wieder den Nahverkehr zu bestreiken, wird den Zuspruch nicht erhöhen. Insbesondere trifft es diesmal mit einem Freitag Nachmittag auch alle Wochenendheimfahrer, da auch der Fernverkehr bestreikt wird.
Nicht gerade gut kommt es zudem an, wenn zudem ein paar Stunden vor der Streikankündigung der Berliner Berzirksvorsitzende der GDL äußert, dass man die S-Bahnen in Berlin und Hamburg vom Streik ausnehmen könnte und dies dann nicht tut. Das hinterlässt den Eindruck als ginge es darum auf völligen Konfrontationskurs zu gehen.
Unverständlich ist das ganze auch, da laut Presse die Kritik an Mehdorn wächst. Gerade in dem Fall wäre es sinnvoll gewesen, vielleicht etwas gemässigter zur Sache zu gehen und zu versuchen den schwarzen Peter wieder stärker in die Richtung Mehdorns und damit in die Richtung der Bahn zu schieben. Stattdessen versucht man den Sturkopf Mehdorn an Sturheit zu überbieten. Mittlerweile steht auch schon recht konkret die Drohung von unbefristeten Streiks im Raum. Seitens der GDL Basis werden die Rufe nach unbefristeten Streiks immer lauter. Und bei der Politik, die die GDL und Bahn momentan fahren ist es ernsthaft möglich, dass im Laufe der nächsten Woche unbefristete Streiks beginnen können.
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Am 13. November 2007 um 20:47 Uhr
Im Nahverkehr: Donnerstag 02:00 Uhr - Samstag 02:00 Uhr (48 Stunden)
das ist gelinde gesagt, für mich persönlich eine mittlere katastrophe.
Am 13. November 2007 um 21:00 Uhr
Das gibts doch garnicht, die bekommen den Hals nicht voll.
Jeder schwer arbeitende hätte gerne 33.000 € im Jahr und die bekommen diese Kohle für einen Job der ein Affe machen könnte. Die Bahn solls so machen wie in anderen Ländern, einfach dei Lokführer abschaffen und die Loks automatisieren. Die Technik ist lange soweit und billiger als streikende Lokführer. die können die Kisten ja dann warten und hoffentlich mit dem Lohn eines arbeitenden Menschen auskommen. Ich bin am Überlegen ob ich nicht einzelne Lokführer Verklage. Zumindestens jene die meine Strecke bedienen.
Ps. Bitte diese Seite an alle weiterleiten und aushängen
http://www.bahn.de/blitz/view/.....streik.pdf
Am 13. November 2007 um 21:56 Uhr
Ich bin für unbefristete Streiks, gleichzeitig sollte aber der Benzinpreis noch so hoch geschraubt werden das der Großteil der Arbeitnehmer sagt: “Ich laufe zur Arbeit”.
Und mich würde es sehr freuen wenn es mal einen richtig schönen Wirschaftlichen Crash geben würde an dem nur die Bahn und/oder die GDL Schuld ist.
Ich freu mich schon auf Donnerstag wenn der Bus wieder so voll ist das sich selbst das laufen lohnen würde!
Am 13. November 2007 um 23:01 Uhr
Ja, ich freu mich auch schon wieder so drauf. Muss jeden Tag mit der S-Bahn zur Schule fahren. Sonst fahr ich an Streiktagen die 25 KM mit dem Auto. Wenn es Donnerstag wirklich auf den Straßen glatt werden wird, dann bekomm ich den Wagen nicht und darf mit mehreren U-Bahnen und Bussen zur Schule fahren. Da lohnen sich die geschätzten 2 Stunden Fahrzeit gar nicht.
Und nach Hause fahren kann ich am Wochenende jetzt wohl auch nicht, weil ich den Wagen nicht bekomme.
In was für einer Welt leben wir eigentlich und warum muss ich immer das Glück haben, dass an den Tagen wo ich mal nicht arbeiten muss gestreikt wird.
Hätten wir jetzt Sommer, würd ich mich einfach aufs Fahrrad schwingen und die 100 KM radeln, hab ich kein Problem mit, wenn es nur nicht so arschkalt wäre :/
Ich sehs schon kommen, das wird wieder ein richtig beschissenes Wochenende.
Diese billgen Lokführer haben doch nichts besseres VERDIENT. Man sollte sich mal andere Berufe anschauen, wo Leute wirklich was leisten. Warum verdienen LKW-Fahrer weniger als Lokführer? Ist doch alles nur lächerlich.
Am 14. November 2007 um 06:51 Uhr
Mein Süße muss in Überbetriebliche und auf Fortbildungen jetz bald einmal quer durch die Republik. Das kann ja was werden. Die ist ja schon mit der Vorstellung total am Ende das ganz alleine hinzubekommen. Wie wird das denn mit Streiks? Ich glaub ich muss nen paar Tage von meiner Schule blau machen und sie begleiten ….
Am 14. November 2007 um 07:48 Uhr
Dann halte ich doch mal das GDL Fähnchen hoch. Ich halte es nach wie vor für Richtig, dass die Lokführer Streiken, denn in meinen Augen hat es in den letzten Wochen nicht genutzt nur Streiks anzudrohen, und jetzt kommt halt der Dampfhammer. Das man das Ganze natürlich etwas geschickter hätte machen können ist klar, aber dazu ist es wohl nun zu spät.
Am 14. November 2007 um 08:27 Uhr
Zitat:
“Man sollte sich mal andere Berufe anschauen, wo Leute wirklich was leisten. Warum verdienen LKW-Fahrer weniger als Lokführer? Ist doch alles nur lächerlich.”
Hmm… meine Schlußfolgerung daraus wäre:
“LKW Fahrer müssen mehr verdienen” und nicht “Lokführer müssen weniger verdienen”
aber solch eine Sichtweise ist ja von Seiten der Industrie seit Jahren den Arbeitnehmern abtrainiert worden. Dafür kann dann jedes Jahr mit neuen “Rekordgewinnen” (z.B. auch bei der Bahn dieses Jahr) geprotzt werden. Aber Arbeitnhemer sind ja ein Kostenfaktor, so langsam scheinen das alle verinnerlicht zu haben.
Am 14. November 2007 um 08:40 Uhr
“Ein Job, der ein Affe machen kann” - was das wohl heißt? Daß man dabei zum Affen wird? Das dürfte der Realität näher kommen als die unterstellte Ansicht des Autors.
Dem würde ich mal empfehlen, diesen Beruf auszuüben, nur für ein paar Wochen.
Aber es ist immer leicht zu meckern, wenn man keine Ahnung hat - die Politiker machen es ja vor.
Meine Meinung: das Streikanliegen ist mehr als berechtigt, die Durchführung allerdings, vorsichtig gesagt, äußerst unklug.
Übrigens: hier in Frankreich wird auch gestreikt. Vier Züge am Tag nach Paris statt alle halbe Stunde, das ist doch was…
Am 14. November 2007 um 09:41 Uhr
Bin dieses Wochenende eher indirekt betroffen, da ich wahrscheinlich nur die Staus mitbekomme…
Seit dem Tarifabschluss mit den anderen Gewerkschaften hat die Bahn ihr Angebot nicht aufgestockt. Das mit der Einmalzahlung und bezahlter Mehrarbeit ist reine Kosmetik gewesen. Von daher ist klar, dass die GdL gar nicht anders kann, als schärfere Geschütze aufzufahren.
Vielleicht hätte man den Nahverkehr raushalten können, aber das hätte wahrscheinlich den Generalstreik nur verschoben, da sich die Bahn wahrscheinlich auch dann nicht bewegt hätte.
Mehdorn muss einen ernsthaften Schritt auf die Lokführer zu machen, ich hoffe dann nimmt die GdL dankend an.
Am 14. November 2007 um 09:52 Uhr
Ich muss sagen, dass mich der Ton, der in diesen Kommentaren herrscht, sehr verwundert und deprimiert. Offensichtlich herrscht bei den Kritikern die Einstellung: “Mir geht es nicht sonderlich gut, also darf es auch den Lokführern nicht gut gehen.”
Insgeheim hegte ich den Gedanken, dass der Arbeitskampf der Lokführer andere Berufszweige mobilisieren würde, auch ihre Rechte einzufordern. Aber ich habe mal wieder die deutsche Mentalität unterschätzt, die nach oben hin immer lächelt und nie protestiert.
Wenn man (grob geschätzt) 100 Tonnen + Menschen (Güterverkehr mal ausgeschlossen) mit 120km/h durch die Gegend beschleunigt, dann ist das durchaus verantwortliche Arbeit. Ich würde heute in keinen Zug steigen, der nur vom Computer gesteuert wird - weil ich eben diese Dinge programmiere. Sie machen leider immer nur das, was man ihnen sagt, nicht das, was man will.
Man hätte die Streiks sicher auch etwas besser planen können (so etwas kann man immer Behaupten ;-)), aber im Grunde genommen finde ich sie richtig.
Am 14. November 2007 um 10:49 Uhr
Der Ton ist nicht wirklich ideal, das stimmt, aldi. Aber andererseits versrtändlich.
Wenn man vom Zug abhängig ist und die Lokführer mehr Geld verlangen, dann ist man am Anfang dafür, weil man sieht, dass sie recht wenig verdienen und dass das schon mehr sein könnte.
Dann kommen so aberwitzige Forderungen und man denkt sich, naja pokern halt hoch werden sich schon einigen.
Aber wenn das dann Wochen und Wochen so geht und die sich nicht einigen und die Lokführer immer weiter streiken, dann hat man irgendwann den Hass aller Pendler auf sich geladen!
Man kann doch nicht auf Teufel komm raus, diese Lohnerhöhung fordern. Ich bin mir sicher, dass wenn die Lokführer etwas auf die Bahn zugekommen wären, dann hätte sich das sehr schnell lösen lassen, aber so…
Viele meine Freunde und Kollegen sind daher der gleichen Meinung wie typ17 oder sascha…
Irgendwann muss mal genug sein!
Am 14. November 2007 um 12:29 Uhr
Es ist zum kotzen! Nachdem ich bei den letzten Streiks schon stundenlang an verschiedenen Bahnhöfen stehen durfte (obwohl ich mich immer vorab über die 08000996633 informiert habe!) scheint das ganze ja morgen wieder weiterzugehen.
Das hat doch echt keinen Sinn, was die da abziehen ist Kindergarten, man sollte Mehdorn und Schell mal in ein Zimmer sperren bis sie sich einig werden - bei Brot, Wasser und Metallica - St.Anger…
Hat irgendjemand für Bayern schon einen Ersatzfahrplan gefunden auf der Homepage der Bahn? Ich such vergeblich danach, auf der Bahnseite find ich zu Bayern nichts (beim letzten Mal gabs ja so ein PDF - da stimmte nur die hälfte, abe es war ein Anhaltspunkt)…
LG
Renatus
P.S.: Ich bin vom Zug abhängig, besitze keinen Führerschein und die 3 Busse die fahren von meinem Ort in die “nähe” des Arbeitsplatzes fahren zu indiskutablen Zeiten…
Am 14. November 2007 um 14:13 Uhr
Ich finds Super das die Streiken !!!
Ich hoffe das Herr Mehdorn und Herr Schell niemals in die Lage kommen auf die Züge angewiesen zu sein. Jetzt darf man Morgens wieder in die überfüllten Busse der Rheinbahn einsteigen und sich kaputt quetschen laßen. Das ist doch was schönes um Morgens zu Wach werden. Und im Güterverkehr ists sowieso genial weil irgendwann kann man ein paar Werke schließen weil die Rohstoffe ausgehen.
Klasse macht weiter so ihr Pappnasen !!!!
Am 14. November 2007 um 15:35 Uhr
Super
und ich als Wochenendpendler komme nicht nach hause bzw. muss eine Mitfahrgelegenheit bezahlen. Dumm nur, dass ich der Bahn als BC100-Kunde schon Geld in den Rachen geworfen habe.
Am 14. November 2007 um 15:48 Uhr
Es gibt doch einen Notfallplan, oder? Hat den schon jemand? Die Internetseite der Bahn ist ja anscheinend überlastet.
Grüße
Tili
Am 14. November 2007 um 16:05 Uhr
[…] Angebot unterbreitet hat, obwohl es sicherlich im Interesse der Bahn AG läge, Streiks und spaßige Notfallfahrpläne zu vermeiden. Wenn Hartmut Mehdorn davon redet, die Bahn lasse sich nicht […]
Am 14. November 2007 um 16:28 Uhr
Lieber Sascha.Ich frage mich,ob Du Bahnfahrer bist und stelle mir vor wenn ja? welches Gesicht Du machen würdest,wenn ein Affe den Zug steuert,ein Affe Deine Fahrkarte prüft und Dich,wenn Du Fragen hast auch noch auf Deine Kundenwünsche eingeht in dem Zug,den Du gerade benutzt.Vielleicht schaust Du dann selber wie ein ….-Sorry
Ich wünsche mir nur,das der-AUFSTAND ALTER MÄNNER-bald vorbei ist und wieder Ruhe einkehrt.Fakt ist,das ein Zeichen gesetzt wurde und auch die Trucker mehr Geld für Ihren Job erhalten müssen-Eine Sache der Gewerkschaft,falls vorhanden
A
Am 14. November 2007 um 16:37 Uhr
@ 15. Tili:
Es gibt schon Notfallpläne, ich hab die für meine Verbindungen die nächten Tage schon runtergeladen. Wobei ich beim letzten Streik sowieso die Erfahrung gemacht hab, das die Pläne zum größten Teil eher nicht eingehalten werden können…
LG
Renatus
Am 14. November 2007 um 16:54 Uhr
na prima,
da ist die GDL der meinung, man müsste streiken und der “rest der welt” leidet dadrunter.
ich bin noch in der ausbildung und darf in drei jahren nur 60 fehltage haben. die rechnen natürlich auch solche tage mit. abgesehen davon geht mir geld flöten.
wenn die GDL der meinung ist, sie häötten ein recht darauf mehr zu verdienen, sollen sie es meinetwegen einfordern, aber müssen unbeteiligte darunter leiden?????
Am 14. November 2007 um 17:46 Uhr
Ich wollte am 23 mit der Bahn fahren (am 25 zurück), im Fernverkehr. Lohnt es sich ein Bahnticket zu kaufen oder soll ich lieber aufs Flugzeug umsteigen?
Am 14. November 2007 um 19:09 Uhr
@Björn: Schwer abzuschätzen. Kommst du denn ohne Bahn zum Flughafen und zurück?
Bis jetzt hat die GDL das WE noch nie bestreikt, allerdings ragt dieser Streik jetzt das erste mal in das Wochenende rein. Und die nächste Steigerungsstufe wären unbefristete Streiks.
Ich persönlich würde vermutlich auf den Zug setzen, da die Bahn versucht den Fernverkehr gut aufrechtzuerhalten. Aber garantiert ist nichts.
Am 14. November 2007 um 20:25 Uhr
[…] Infos zu den Bahn-Streiks: Donnerstag 02:00 Uhr - Samstag 02:00 Uhr Streiks im Nah- & Fernverkehr « Vorheriger […]
Am 14. November 2007 um 21:05 Uhr
Hallo!
Ich bin auch wütend, ich bin Studentin und führe eine Wochenendbeziehung. Normalerweise fahre ich Regionalzüge, da ich fast umsonst (mit Semesterticket) zu meinem Freund komme, als der Streik im Regionalverkehr war, bin ich ICE gefahren… teuer,teuer… und jetzt?? Laufe ich 200 km?
Ich finde knapp 2000€ als Einstiegsgehalt sind nicht so wenig für Lokführer, da werde ich nach meinem Studienabschluss froh sein, wenn ich so viel bekomme. Und dann 2500€ zu verlangen ist wirklich unverschämt!!
Arbeitskampf ist ok, und kann ich gut verstehen.. aber man sollte mal die Relationen überdenken!!!!
Am 14. November 2007 um 21:43 Uhr
@schnecke: Wir leben in einer hoch verzahnten Gesellschaft. Es ist beinahe egal, welche Berufsgruppe streikt - es wird immer “unbeteiligte” treffen. Was ist, wenn z.B. Ärzte streiken und nur noch Notfälle behandeln? Zahnärzte? Krankenschwestern? ALDI-Verkäufer? Tankwarte? Telekom-Techniker? Bäcker? (gut, das letzte ist doof, die sind ja selbstständig…) Vergessen wir dabei den DB-Vorstand nicht, der ja auch zulässt, dass es “unbeteiligte” trifft - nur um hier mal Advocatus Diaboli zu spielen. Da man auch keinen Lohn erhält, wenn man Streikt (es gibt evtl. einen Ausgleich über die Beiträge der Gewerkschaft) sind die Lokführer auch nicht an unbefristeten Streiks interessiert.
@Annegret: Wie stellst du dir einen Arbeitskampf der Lokführer vor, der in Relation steht? Streik von 22-3 Uhr, nur Werktags?… Ob den irgendjemand merken würde?…
Deine Wochenendbeziehung ist auch fürs erste gerettet, der Streik geht ja nur bis Freitag. Dass die Forderungen der Lokführer zu 100% erfüllt werden, das ist selbstverständlich utopisch. Man wird sich früher oder später dazwischen treffen.
Am 15. November 2007 um 09:21 Uhr
Die Bahn will die Folge des geplanten Streiks am Freitag abmildern und verbeamtete Lokführer einsetzen. So sollen zumindest die ICE-Züge fahren.
Am 15. November 2007 um 10:26 Uhr
@ Aldi…
hihi… ich meinte mit der Relation nicht den Streik, sondern die Forderungen…. wenn sie nämlich über 10% verhandeln wollen würden, hätte man vermutlich längst eine Übereinkunft getroffen und die würden uns nicht weiter nerven! Und wie gesagt… Streiken ist ihr gutes Recht, aber nicht in allen Bereichen gleichzeitig! Und nicht immer kurz vor dem Wochenende, damit die Autobahnen noch verstopfter werden und die Wochenendpendler völlig die Krise kriegen (und den Mineralölkonzernen noch mehr Geld in den Rachen geschoben wird…. kriegen die Lokführer eigentlich Geld von denen, dass die genau jetzt streiken, wenn die Benzinpreise so hoch sind
?????)
Und meine Wochenendbeziehung hat sich auch so gerettet. Ich fahre zwar immer schon Do abends (erwische den Streik also eigentlich), habe jetzt aber eine, komplett aus privaten Bahnen bestehende, Bummelzugstrecke gefunden… ;-)Welch ein Glück, wenn man in Niedersachsen wohnt (zumindest was das angeht)!
Wünsche allen Bahnfahrern gute Nerven!!
Am 15. November 2007 um 10:58 Uhr
Die GdL hat auch schon mehrfach signalisiert, an den 31% bei weitem nicht festzuhalten.
So funktioniert in D nunmal ein Arbeitskampf, zuerst fordert die Gewerkschaft was unrealistisches und die Arbeitgeber bieten fast nix an.
Zu Verhandlungen kommt es immer erst, wenn der Arbeitgeber sein Angebot mal aufstockt. Diesen Schritt hat die Bahn nicht gemacht, daher kann die GdL der Logik nach auch erstmal von den Forderungen keinen Schritt runter.
Auch harte Streiks müssen erlaubt bleiben, alleine die Drohung reicht ja meist schon aus, dass man sich doch einigt. Wenn man die Streiks wegnimmt hätten Arbeitnehmer ja keine Waffen.
Außerdem ist dieser Streik ja auch irgendwo die Folge der Politik der Regierung der letzten 17 Jahre. Denn sie hat nie was dafür getan, dass es Wettbewerb auf der Schiene gibt. Hätte die Bahn nicht ein Quasimonopol würde es auch nur halb so schlimm ausfallen.
Am 15. November 2007 um 11:19 Uhr
Ja ckwon, so sehe ich das auch. Bis auf deinen letzten Absatz, dem ich nicht 100% zustimmen kann. Ich finde die Privatisierung der Bahn war ein Schritt in die falsche Richtung, der Börsengang macht es nur noch schlimmer. Warum? Ein staatliches Unternehmen wird Mischkalkulation betreiben und wird auch einige völlig unrentable Verbindugen aufrechterhalten - ein Stück Lebensqualität für die Bürger. Ein Börsenunternehmen interessiert sich nur für die Rendite. Unrentable Verbindungen fallen Weg, Investitionen werden nicht großzügig (ein Wortspiel! ;-)) getätigt. Was dabei herauskommen kann sieht man in England: desolate Bahnen und Schienennetze, Dschungel an Fahrkartensystemen und Tarifen, inkompatible Tarife.
Außerdem: wenn die Bahn wirklich “privat” werden soll, dann sollte sie a) dem Bund das Schienennetz vollständig abkaufen und b) keine Subventionen mehr erhalten. Das ist aber nicht möglich. Zur Zeit bezuschusst Bund kräftig die Bahn, hat aber alle Entscheidungsgewalt an den Bahnvorstand abgetreten. Ein merkwürdiger Handel…
Privat heißt nicht immer gut und staatlich ist nicht sofort schlecht. Eine Koexistenz beider Systeme ist einfach notwendig, was aber gerne ignoriert wird.
Am 15. November 2007 um 13:37 Uhr
Auch wenn es jetzt off-topic wird: Ich bin vollkommen gegen die Bahnprivatisierung so wie sie bisher vorgeschlagen wird. Eben auch gerade weil dann die Randgebiete nicht mehr bedient würden.
Bin eher dafür Schienennetz und Betreiber zu trennen. Das Schienennetz sollte dann staatlich gepflegt werden und der Nahverkehr dann eben wie bisher als staatlicher Auftrag ausgeschrieben werden (natürlich mit ner gewissen Grundversorgung in allen Gebieten, angenomme exhter Wettbewerb würde existieren, dann müssten die Subventionen gerade nur so hoch sein, dass sich insgesamt diese Strecken dann auch rentieren)
Dann könnten auch mehrere Anbieter existieren und ein Bahnstreik würde nicht so hart treffen. Wenn man eine Quasimonopol-Bahn will, dann muss man halt im Umkehrschluss damit leben, dass ein Streik die halbe Republik lahmlegt. Alles hat immer seine Vor- und seine Nachteile…
Am 17. November 2007 um 18:01 Uhr
[…] scheint nach dem Streik Ende der Woche anscheinend doch wieder Bewegung in die ganze Sache zu kommen. Laut Spiegel will die Bahn der GDL […]