Ausblick auf die Streiksituation in den kommenden Wochen

Noch ist der aktuelle Streik zwar nicht beendet, aber dennoch lässt sich bereits in die Zukunft blicken. Und die sieht für Bahnfahrer düster aus. Die Äußerungen der GDL der Presse gegenüber ist das nächste Mittel der unbefristete Streik. Um den abzuwenden müssten Bahn und GDL sich an einen Tisch setzen und mal miteinander reden. Danach sieht es aber nicht aus. Die Gründe, die zu dieser Einschätzung führen:

Von Seiten der GDL-Basis wird anscheinend mittlerweile der unbefristete Streik gefordert. In der Urabstimmung hat die Gewerkschaftsbasis der Führung auch die Erlaubnis dazu erteilt. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die GDL nun plötzlich auf den eigenen Tarifvertrag verzichtet und mit der Bahn redet.

Die Bahn will um jeden Preis den eigenen Tarifvertrag für die Lokführer vermeiden. Und dazu hat die Bahn auch die Rückendeckung des Aufsichtrats. Dieser hat dem Vorstand damit quasi den Segen gegeben, in diesem Konflikt hart zu bleiben. Damit erscheint es ebenfalls unwahrscheinlich, dass die Bahn nachgibt. Kleine Anmerkung am Rande: Der Aufsichtsrat ist wohl auf das Bestreben des Transnet Chefs Norbert Hansen zusammengekommen, allerdings grundsätzlich wohl zum Thema Privatisierung. Diese Entscheidung wird das Verhältnis der Gewerkschaften GDL und Transnet nicht wirklich verbessern - eher im Gegenteil.

Aus den beiden Gründen erscheint es unwahrscheinlich, dass eine der beiden Seiten in der nächsten Woche nachgibt. Daher ist stark davon auszugehen, dass im Laufe der kommenden zwei Wochen der unbefristete Streik ausgerufen wird.

Die Bahn hat heute Klage gegen die GDL eingereicht. Es geht dabei um die Streiks am 10. Juli. Die Bahn behauptet, diese seien nicht rechtmässig gewesen:

Da die Tarifverträge zu dieser Zeit teilweise noch nicht gekündigt gewesen seien, habe die GDL bewusst die gesetzlich geschützte Friedenspflicht verletzt.

Die Bahn möchte von der GDL 5 Millionen Euro Schadensersatz. Das Ziel dieser Klage ist ganz klar der Versuch, der GDL die wirtschaftliche Grundlage für den Streik zu entziehen. Ob dies erfolgt hat, wage ich zu bezweifeln. Interessanterweise gab es bereits in der Woche vorher bereits am 2 und 3. Juli Streiks. Da war aber immer Transnet/GDBA mit beteiligt. Die hat man natürlich nicht verklagt.

Die einzige Möglichkeit, dass es zu einer Einigung zwischen Bahn und GDL kommen kann, sehe ich mittlerweile in einem Eingriff von außen. Nur wenn jemand von außen auf beide Parteien Druck ausübt und die an einen Tisch ohne Vorbedingungen zwingen kann, besteht eine Chance. Von selber tut sich da nichts. Nur wer hat diesen Einfluß?

Man könnte vermutlich versuchen Schell und Mehdorn in einen Raum ohne Nahrung und Wasser einsperren und sie erst wieder rauslassen, wenn sie sich geeinigt haben. Das Ergebnis wäre vermutlich, dass beide verdursten …

7 Meinungen der Mitfahrer vorhanden zu “Ausblick auf die Streiksituation in den kommenden Wochen”

  1. Michi

    Erstaunlich das ein Norbert Hansen so wehement den Börsengang durchdrücken will auch wenn der überwiegende teil der Bevölkerung und der Politik so nicht damit einverstanden ist.
    Aber das ist wohl auch dem schulterschluss mit Herrn Mehdorn gefordert mit dem er zusammen auf gedeih und verderb an die Börse will.
    Das kann aber nicht funktionieren wenn die GDL dauerhaft Streikt,denn welcher investor würde in so ein unternehmen investieren in dem der Betriebsfrieden nicht funktioniert?
    Schlimm genug das der Aufsichtsrat dem Vorstand mit seiner starren(sturen)haltung auch noch den rücken stärkt.
    Ein einfacher Angestellter der seinem Unternehmen in irgendeinerweise wirtschaftlichen schaden zufügen würde,könnte sich am nächsten Tag die papiere abholen.
    Hier wird aber einem Personenkreis der bewusst solch einen schaden und dazu noch das öffentliche ansehen des Unternehmens schädigt suggeriert,das ist richtig was du machst mach weiter so.
    Das ist doch der darfschein für diesen Vorstand auch in der nächsten zeit ungestraft Millionen Euro ins nirvana zu schicken um dann zu behaupten die nächste Fahrpreiserhöhung
    ist schuld der Lokführer.
    Also weiterhin mit falschaussagen und geschönten Zahlen in bezug auf die Lokführer gehälter und auf die gefahrenen züge die Bevölkerung für blöd zu verkaufen.
    Klar fahren die privatbahnen weiterhin pünktlich aber diese züge fliessen auch in die statistiken der Bahn mit ein und da es nicht wenige Privatbahnen in Deutschland gibt,zumindest in den alten Bundesländern,sehen die präsentierten Zahlen doch richtig gut aus.

  2. smartdriverin

    Es geht der GDL doch gar nimmer um Tarif-Blabla oder sonst was. Es geht den beiden alten Männern darum, wer zuletzt übrig bleibt. Man kann doch sagen, für beide eine Frage der Ehre. Und ob die Bahn/Bahnreisenden auf die Börse/zurArbeit/in den Urlaub (bitte entsprechendes auswählen) kommen, ist den beiden sch…egal. Hauptsache, jeder wahrt sein Gesicht. Die beiden haben ihre Dienstwagen, der eine ist auch noch in Kur -wo man selten weiter kommen muß wie zur nächsten Anwendung :-)))) - die machen sich keinen Kopf um seinen Arbeitsplatz/seine Überstunden, die in den Streik reinfließen

  3. ex-DB

    Im Endeffekt geht es bei dem Streit GdL und DB AG darum, welche Personalpolitik in Zukunft gemacht werden soll.
    Die Transnet und ihr Vorturner Hansen machen jedenfalls seit Jahren in vorauseilendem Gehorsam und vorbildlichem Schulterschluß mit dem GröBaZ (größter Bahnchef aller Zeiten) Mehdorn eine Politik gegen die eigenen Beschäftigten und für die noch gar nicht existierenden Investoren bei einem noch gar nicht stattgefundenen Börsengang.
    Die Stimmung im Konzern ist deswegen seit Jahren unter dem Nullpunkt, und wenn die Beschäftigten jetzt sähen, daß es auch anders geht, dann flöge dem Tandem Mehdorn/Hansen der Laden um die Ohren, weil plötzlich Beschäftigte in allen Konzernbereichen von ihrer Gewerkschaft ein Engagement für sie, die Beschäftigten fordern würden.
    Genau das muß verhindert werden.

  4. Michi

    Sicher stehen sich hier zwei sturköpfe gegenüber.Von denen sich keiner mehr in Kur befindet.(Tip für smartdriverin)
    Aber es gibt schon einige bereiche bei der Bahn die ihren eigenen Tarifvertrag haben.(z.B. Usedomer Bäderbahn,BahnBus Alp-Bodensee)deren einkommen unter dem Listenentgeld der Bahn angesiedelt ist.Oder mal über die teilung der Belegschaft in erster und zweiter klasse zu reden welche der Vorstand auf jeden fall verhindern will.Die Mitarbeiter von DB Zeitarbeit
    die Bundesweit eigesetzt werden wo bedarf besteht welche die selbe arbeit machen wie festangestellte aber wesentlich weniger Geld bekommen.
    Die teilung der Belegschaft hat schon vor Jahen stattgefunden und jetzt wird behauptet die GDL würde eine teilung in kauf nehmen durch ihre unverschämte forderung.

    Es ist erstaunlich welche dinge dutch die unruhe zur zeit ans licht kommen und bestimmt auch noch kommen werden die
    sonst unter dem mäntelchen des schweigens geblieben wären.
    Wie im leittext schon behandelt,die Bahn verklagt die GDL
    wegen dem 10.Juli.Transnet/GDBA bleiben aussen vor für den Streik am 2.3.Juli.
    Warum? Und warum kann eine Transnet nach einem örtlich und zeitlich auf zwei stunden befristeten Streik ein Lohnerhöhung von 4,5% präsentieren währent die GDL schön seit monaten samtliche register ziehen muss? Und der vorstand sitzt nur da und beobachtet das treiben in der hoffnung die stimmung in der bevölkerung kippt noch weiter um noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.
    Siehe gestern in diversen Tageszeitungen.
    Da stellt sich doch die frage,die Bahn ob Vorstand oder Aufsichtsrat benutzt nicht zufällig die Bevölkerung als instrument gegen die GDL?
    Gestreikt wird nicht freiwillig sondern es ist das letzte mittel um forderungen durchzusetzen.
    Und wie es aussieht kommt da in den nächsten wochen noch etwas auf uns alle zu.
    Kleiner Tip für alle die es interessiert.Am Sonntag 21.45 Uhr im Ersten Anne Will unter anderem dabei Manfred Schell und Margret Sukale.
    Gruss
    Michi

  5. Nicolas

    Man hat ja bei Herrn Hansen langsam den Eindruck, der würde bei einer Privatisierung Aktienoptionen bekommen oder einen tollen Beraterposten bei der russischen Eisenbahn, die dann die DB als strategische (wohl auch im militärisch-wirtschaftlichen Sinne…) Investition kaufen will.
    Ist ja schon interessant, dass die SPD nach der Interessensbekundung der russischen Bahn nicht sofort mit dieser Art Privatisierungsquatsch aufgehört hatte.
    Naja, dann machen jetzt eben Mehdorn und Schell gemeinsam die Bahn kaputt, bis die unter Zwangsveraltung gestellt werden muss. Oder kriegt Frau Suckale von Veolia Geld?
    Die Bahn eignet sich gerade klasse für Verschwörungsphantasien.

  6. Michi

    Frau Suckale bekommt von Veolia geld?
    Interessante Theorie.Wenn man man jetzt noch rausfinden würde wer den rest vom Vorstand bezahlt,dann wäre dieses handeln schon fast ne klare sache.
    Mit anderen worten,die brauchen die Bahn gar nicht denn ihr Geld bekommen die aus so.

  7. Ingolf

    Die Chancen auf eine vernünfige Lösung ist schon lange vertan. Beide Seiten haben die Eskalation zu weit getrieben. Gibt die Bahn nach, sind Mehdorn und Suckale erledigt. Schafft die GDL den eigenen Tarifvertrag nicht, hat sie sich selbst überflüssig gemacht.

Eine eigene Meinung als Mitfahrer hinterlassen