Erlebnisreise mit der Deutschen Bahn
Folgende, sehr nett geschriebenes Erlebnis erhielt ich von Alexander per E-Mail:
Sehr geehrte Damen und Herren,
der gestrige Tag wird mir sicher nicht so schnell aus dem Gedaechtnis gehen, war es doch eine Erlebnisreise mit der Deutschen Bahn.
Geplant war eine ruhige Heimreise von Besigheim nach Mannheim, regulaere Fahrtdauer 1:44, Abfahrt 20:36 in Besigheim, mit Umstieg in Heilbronn, Zeitfenster vier Minuten.
Der Spass begann bereits in Besigheim, als der Zug nicht um 20:36, sondern erst gegen 20:46 eintraf. “Nanu” sagte ich mir, bei einem Zeitfenster von vier Minuten wird die Weiterfahrt wohl problematisch werden.. doch ich war noch guter Dinge, bin ich doch bei so kurzen Verspaetungen gewohnt, dass die Anschlusszuege auch mal warten. Kurz vor Heilbronn kam auch die freundliche Durchsage “Sie haben Anschluss an den Regionalexpress nach Mannheim, Abfahrt war 20:59″ .. also stieg ich guter Dinge aus, ging zum Gleis - und dort war kein Zug. Nachdem ich mich vergewissert hatte, keiner optischen Taeuschung unterlegen zu sein, begab ich mich zur allwissenden Information - dem Aushangfahrplan.
Dieser teilte mir dann ueberschwenglich mit, das es fuer mich keine Direktverbindung nahc Mannheim mehr geben wuerde, und auch sein Kollege der Herr Fahrkartenautomat wusste mir nur mitzuteilen, dass ich, um noch am heutigen Tage in Mannheim einzutreffen, doch bitte den Rueckweg nach Stuttgart antreten und einen ICE besteigen solle. Es begab sich aber zu dieser Zeit, es war so ca. 9 Uhr Abends, das kein Mensch mit einem DB auf der Kleidung mehr traute, auf dem Heilbronner Bahnhof anwesend zu sein, um mir eine Freigabe fuer diese Verbindung zu erteilen, da ich ja nur einen Nahverkehrsfahrschein und noch dazu in die (erstmal) voellig falsche Richtung besass.
Nun war es mir ein Vergnuegen, mir fuer 14 Cent/Minute von einer netten Mitarbeiterin an der Hotline mitteilen zu lassen, das sie mir auch nicht helfen koenne und ich doch bitte einen Fahrshcein fuer die Verbindung loesen solle.
Dieselbe Auskunft erhielt ich auch von einem - immerhin freundlichen - bediensteten Geist eines vorbeifahrenden RE, nur leider war mir damit nicht geholfen.
Schlussendlich - nach 1,5 Stunden Wartezeit - reiste ich weiter nach Mosbach, um von dort mit der S2 nach Mannheim weiterzureisen, wohlwissend, das ich nur 3 Minuten Umsteigezeit zu meinem letzten Anschlusszug im Nahverkehr haben wuerde. Dieser letzte Hoffnungsschimmer verblasste dann sogleich, als die S2 in Heidelberg es noch schaffte, wegen etwas, das ich in der Durchsage nicht verstand, aber “Treibstoffaufnahme” haette heissen koennen, nochmals 8 Minuten Verspaetung einzufahren, wodurch ich dann auch noch die letzten Kilometer meiner Reise zu Fuss antreten durfte. Ich traf schlussendlich gegen 1 Uhr Morgens zuhause ein, froh, fuer mein Geld so eine Erlebnisreise geboten bekommen zu haben.
Es war mir ein Beduerfnis Ihnen, geliebte Deutsche Bahn, dieses Erlebnis mitzuteilen, denn mir, als Pendler auf dieser Strecke, ist es nicht neu. Es ist eher ein woechentliches Vergnuegen, diese Freude des Fahrplans zu geniessen.
Ein treuer Bahnkunde.
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Am 28. November 2007 um 08:53 Uhr
und wir Schweizer werden schon sauer, wenn unser Zug einmal im Jahr 5min. verspätung hat..
Heftig, aber göttlich geschrieben
Am 28. November 2007 um 09:37 Uhr
@greezer,
traurig aber Wahr, ich habe in den letzten 6 Wochen erst ein einziges mal erlebt, dass ich die Rückfahrt auf der Strecke wirklich unter 3 Stunden geschafft habe.. in dem geschilderten Fall war es nur deswegen so übel, weil ich mir grade die letzte direkte Verbindung des Tages “rausgepickt” hatte.. normalerweise habe ich zum Glück nur maximal eine Stunde Wartezeit für nen Anschlusszug in Heilbronn..
Was mich wirklich frustriert ist hierbei das totale Unverständnis der Deutschen Bahn, die Situation für den Fahrgast in irgendeiner zufriedenstellenden Weise zu lösen..
P.S. Die Antwort der Bahn war übrigens eine Entschuldigung, ein 10 Euro Gutschein und die Bitte, doch weiterhin treuer Bahnkunde zu bleiben - und das Ergebnis für mich waren 1,5 Wochen krankgeschrieben zu sein, weil ich mich auf dem Bahnsteig unterkühlt habe.. ich sage ja, Erlebnisreise pur
Am 28. November 2007 um 10:00 Uhr
Für solche Fälle: Beförderungsbedingung der Bahn immer mitführen. Ein Schaffner muss gar nicht erst gefragt werden, denn es steht unter 9.1.1, dass Du grundsätzlich einen anderen (schnelleren, auch über eine andere Strecke) Zug benutzen darfst, es sei denn, die Bahn verbietet es Dir explizit:
9.1.1 Hat eine Zugverspätung zur Folge, dass der Reisende den Anschluss an einen anderen
Zug oder den letzten fahrplanmäßig vorgesehenen Anschluss an ein öffentliches Verkehrsmittel
versäumt oder fällt ein Zug ganz oder auf Teilstrecken aus, kann der Reisende (i) auf die Weiterfahrt
verzichten und die entgeltfreie Erstattung des Fahrpreises für die nicht durchfahrene
Strecke verlangen, (ii) auf die Weiterfahrt verzichten und entgeltfrei mit dem nächsten Zug zum
Abgangsbahnhof zurückkehren und die entgeltfreie Erstattung von Fahrpreis und Gepäckfracht
sowie die kostenfreie Rücksendung seines Reisegepäcks verlangen oder (iii) seine Reise, soweit
möglich, ohne zusätzliches Entgelt mit einem Zug fortsetzen, welcher auf der gleichen oder
auf einer anderen Strecke nach demselben Zielbahnhof fährt und es dem Reisenden ermöglicht,
mit möglichst geringer Verspätung sein Reiseziel zu erreichen. Die Rück- oder Weiterbeförderung
kann für bestimmte Züge aus betrieblichen oder für die Sicherheit des Betriebes notwendigen
Gründen ausgeschlossen werden.
Am 28. November 2007 um 21:03 Uhr
Sit es kalt geworden ist stelle ich auch bei mir - ich bin auch Pendler - fest, dass ich morgens zur Arbeit eigentlich immer öfter Verspätungen habe. Im Herbst noch war es eine Seltenheit … jetzt ist es fast chon seltener, dass er pünktlich kommt morgens. Müssen die im Winter langsamer fahren weil die keine Winterpuschen drauf haben? Manchmal muss man sich echt wundern … oder wollen Sie damit verhindern dass sich ein laufender Zuspätkommer auf dem rutschigen Bahnsteig lang macht und verletzt - deswegen dann am Besten gleich zu spät kommen, dann warten auch schon die Zuspätkommer …
Gruß,
Jens
Am 2. Dezember 2007 um 14:31 Uhr
Manchesmal würde man sich wünschen, dass die Bahn bei ihren Fahrplänen nicht immer von der Höchstgeschwindigkeit ausgeht, sondern es ihren Lokführernermöglicht, durch etwas zügigeres Fahren verlorenen Ezit wieder hereinzuholen
Am 2. Dezember 2007 um 20:57 Uhr
Das wäre ein guter Hinweis für die … aber das wäre ja zu einfach, wenn es s einfach wäre Probleme zu lösen
Am 27. Januar 2008 um 18:09 Uhr
Manno … wenn es schon auf großen Strecken solche Probleme am laufenden Band gibt, dann traue mich mich ja gar nicht mehr, mich darüber aufzuregen, dass auf meiner Provinzstrecke von Königsbrück nach Dresden die Zugbildung morgens chaotisch ist. Pech, wenn man dazu noch einen Verkehrsverbund hat, der der Bahn keine Mittel kürzt, sondern nur das weitergibt, was ihm die Bahn einredet (”… ist es in letzter Zeit verstärkt zu Motorschäden an den Triebwagen bekommen. Dieses Problem soll noch 2007 beseitigt werden” - wir haben jetzt Ende Januar und nichts hat sich geändert) und nicht mal seine naiven Beschwichtigungsversuche in den FAQ aktualisiert (”…wird bis Mitte des Jahres 2007 in Dresden eine neue Reparaturwerkstatt gebaut und 4 neue Triebwagen gekauft” - das erfolgte Mitte 2007 und hat offensichtlich überhaupt keinen Effekt gebracht).
Die Fahrgäste sind schon zum zivilen Ungehorsam übergegangen und setzen sich eigenmächtig in die 1.Klasse, wenn die 2. überfüllt ist - wenn dann ab und zu mal eine übereifrige Megäre auftaucht, die sich darüber aufregt, wird sie so lange vollgenölt, bis sie entnervt das Abteil verläßt