Geschickt gekontert
Auf gehirnsturm gibt es einen Eintrag über die leider immer noch vorhandene Fremdenfeindlichkeit. Da hat ein Bus in Berlin Verspätung und als er ankommt, sitzt ein dunkelhäutiger Fahrer am Steuer dieses Buses. Das veranlasst einen der Fahrgäste, der einsteigt zu der Bemerkung
Hör mal, Bursche! Wir sind hier nich in Anatolien! Dit is’n Deutscher Bus! Hier kannste nich so fahren, wie de magst! Wir ham hier nen Fahrplan und so!
Genial finde ich die Reaktion des Busfahrers:
bittet der Fahrer ihn in bestem Hochdeutsch, sich doch bitte zu setzen, damit er endlich losfahren kann und der Bus sich nicht noch mehr verspätet.
Wobei ich mich frage, ob er so einen Fahrgast nicht einfach vor die Tür setzen kann.
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Am 12. Februar 2008 um 10:07 Uhr
In Deutschland können die Busfahrer nicht so fahren, wie sie mögen???
Das wüßte ich aber!
Am 12. Februar 2008 um 10:07 Uhr
Na ja, so genial ist die nicht.
Im Gegenteil, daran ist ganz und garnix genial. Weder hat er den Dolch wirklich umgedreht, noch irgendwas zum eigentlichen Thema “Ausländerfeindlichkeit” entgegnet.
Am 12. Februar 2008 um 11:14 Uhr
Ja und dann werden die Ausländer immer als gewaltbereit hingestellt. Wenn der Typ ein paar aufs Maul gekriegt hätte, wäre das hier mal voll gerechtfertigt gewesen.
Am 12. Februar 2008 um 11:58 Uhr
@gr4y: Wenn der Busfahrer Deinen Vorschlag in die Tat umgesetzt hätte, hätte das nur die vor Dir beschriebene Lehre bestätigt.
Auf der anderen Seite scheint sich der Fahrer nicht besonders integriert zu haben, wenn er in Hochdeutsch und sachlich antwortet…
Am 12. Februar 2008 um 18:41 Uhr
Ich war auch ziemlich in Rage über diesen Blödmann von Fahrgast.
“Leider” hat der Busfahrer so schnell und gelassen reagiert, so dass ich dem Typen nicht mehr die Meinung sagen konnte/wollte
Am 12. Februar 2008 um 23:50 Uhr
Ich habe vor über zehn Jahren mal in Frankfurt erlebt, dass Fahrgäste einen anderen Fahr”gast” an die Luft gesetzt haben. Jener andere Fahrgast stieg in den Bus ein, ging bis zur Mitte des Busses und fing nach dem Losfahren an laut über Ausländer zu schimpfen, einschließlich des Klassikers “Bei Adolf hätte es das nicht …”.
An der nächsten Haltestelle baten andere Fahrgäste den Fahrer diesen Typen an die Luft zu setzen. Der Fahrer wollte nicht (hat der Fahrer nicht “Hausrecht”?). Da griffen sie selber recht beherzt zu und schmissen den Pöbler durch die noch offene hintere Tür raus. Der Fahrer wollte ihn vorne wieder einsteigen lassen. Was zum laut durch den Bus gebrüllten Spruch eines der Beteiligten führte “Wenn du den wieder rein lässt fliegst du auch raus. KAPIERT?”. Begleitet vom Applaus der anderen Fahrgäste. Schwupp, selten habe ich gesehen, dass ein Busfahrer so schnell einen Gang eingelegt hat und der Bus fuhr ab.
Am 13. Februar 2008 um 00:15 Uhr
Jeder Busfahrer hat nun mal eine andere Vorstellung davon, was nicht in Ordnung ist. Ich habe mal vor ein paar Jahren in Geilenkirchen erlebt, daß ein Busfahrer einen Oberstufenschüler gedroht hatte, rauszuwerfen, weil er gegähnt hatte.
Am 13. Februar 2008 um 06:54 Uhr
Also bei uns waren die Busfahrer nicht so zimperlich, da flog doch schonmal ein Pöbler raus (meist Schüler) und ich wüsste nicht, warum die das nicht dürften (also das raus schmeißen). Ich finde das teilweise absolut gerechtfertigt.
Bei Johns Beispiel kann ich mir nur vorstellen, dass der Fahrer das ganze entweder nicht richtig mit bekommen hat oder ihn das absolut nicht gestört hat
Am 13. Februar 2008 um 11:59 Uhr
Rauswerfen durch den Chaffeur ist ein zweischneidges Schwert. So ein an die Luft gesetzter Fahrgast kann auch schon mal zum Anwalt gehen. Denn generell erhält ein Verkehrsunternehmen nur die Lizenz zum Befördern, wenn er denn auch JEDEN befördert.
Am 13. Februar 2008 um 14:01 Uhr
@Taluno: Aber genau wie für Bahnhöfe gibts idR auch für die öffentlichen Verkehrsmittel eine “Hausordnung” (auch wenn sie nicht überall aushängt) und da steht dann drin, dass man sich zu benehmen hat. Wer das nicht kann, fliegt eben. Wenn der Fahrer nicht sicher ist, kann er ja vorher in der Zentrale nachfragen.
Am 13. Februar 2008 um 22:00 Uhr
Also meiner Meinung nach konnte die Antwort des Busfahrers kaum besser sein. Besser kann man so nem Idioten einfach nicht den Wind aus den Segeln nehmen. Die Antwort hat durch das gute Deutsch gezeigt, dass die Aussage des Pöblers absolut unangemessen war. Zudem war sie absolut deeskalierend, indem nicht großartig auf die Beleidigung eingegangen wurde, sondern nur kurz durch den Vermerk auf weitere Verspätungen angedeutet wurde, dass das Gesagte auch vernommen wurde. Der Fahrer hats dem Typen einfach selbst überlassen, sich über seine Aussagen Gedanken zu machen. Und wenn er sich nach der Antwort keine macht, is ihm meiner Meinung nach eh nicht mehr zu helfen.