Der “gastronomische Service”

Fernverkehrsreisende dürften die Durchsage kennen: “…und wir möchten Sie noch auf unseren gastronomischen Service aufmerksam machen…” (oder ähnlich…). Ich selber hab (außer Kaffee) noch nie so richtig den “gastronomischen Service” im Bord-Restaurant/Bistro im ICE genutzt, war mir meistens doch etwas zu teuer.

Über die “reichhaltige” Auswahl und den Service im ICE-Bord-Restaurant beim Frühstück und Abendessen wird im Fahrbier-Blog berichtet.

Zum Frühstück:fruehstuck.jpg
“Gegen neun Uhr kommen weitere Fahrgäste mit hungrigem Gesichtsausdruck ins Bordrestaurant […]. Leider waren alle Brötchen und alles Brot bereits ausverkauft. Man reagierte etwas verständnislos - aber wer rechnet auch damit, dass die Leute am Vormittag Frühstück essen wollen. […] Mitfahrer die sich (wohl aus lauter Verzweiflung) einen Salat zum Frühstück bestellt hatten, bedienten sich an […] Brotkörben die stehen geblieben waren. Anderen konsumwilligen Anwesenden wurde als Alternative ein fertig abgepacktes Sandwich angeboten. Auf die Frage nach dem Preis wusste die nette Bedienung leider keine Antwort und musste vor ins Bistro gehen um nachzusehen.

 Auch der erste Versuch zum Abendessen verlief nicht optimal:
“Die Kellnerin war auch ruck zuck zur Stelle. Allerdings fragte sie uns gleich “Möchten Sie etwas zu trinken bestellen?” Mit einer seltsamen Betonung auf “zu trinken”. Unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigten sich in Sekunden. Es gibt nur noch ein Paar Wiener mit Senf und Spargel mit Kartoffeln ohne Kartoffeln. […] Wir erkundigten uns nach Erdnüssen. Erdnüsse müssten doch da sein![…] Ja, sie weiss nicht ob es Erdnüsse gibt. Sie muss mal schauen. […] Es ist nix da, der Bedienung zufolge hat man auch Nachschub bestellt aber in Frankfurt hat man es nicht geregelt bekommen das Futter auch zum Zug zu bringen.”

wurstplatte.jpgDer zweite Versuch zum Abendessen im ICE lief schon etwas besser:
“Auf Nachfrage, ob der Kühlschrank noch was hergibt erwiderte man: “Das Team wechselt und in Frankfurt gibt’s frische Ware.” […] Wir bestellten zwei Käseplatten und zwei Bier. […] Ein paar Minuten später kam die Dame mit dem Block wieder an […] “Meine Herren, es tut mir leid. Darf ich einem von Ihnen eine Wurstplatte anbieten? Dann können Sie ja mal jeder von jedem. Geht das? Ich habe nur noch eine Käseplatte da…”, sprach sie. […] In Frankfurt wurden eben keine Käseplatten nachgeladen.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem gastronomischen Service der Bahn? Hat auch schon jemand die warmen Mahlzeiten getestet?

24 Meinungen der Mitfahrer vorhanden zu “Der “gastronomische Service””

  1. md

    Ich hatte mal einen Erbseneintopf und einige Male ein Butterkuchen mit Kaffee. Hat eigentlich immer gut funktioniert, letztere auch mit Am-Platz-Service. Geschmeckt hats auch. Auf den Preis darf man da natürlich nicht achten.

  2. dyfa

    Nur drei Sachen im Sortiment haben, von denen zwei “aus” sind und von der dritten Sache den Preis nicht wissen. Das find ich wirklich professionell. ;-)
    Ich fahre nicht oft mit der Bahn, aber das Problemfeld “Warenverfügbarkeit”, “Preis” und “Qualität” ist mir auch schon begegnet. Deswegen lieber Essen selbst mitbringen und schlimmstenfalls einen Instantcappuccino an Bord kaufen.

  3. cimddwc

    Als ich mal dieses heiße Baguette wollte, war der Ofen kaputt, aber der Kuchen war okay; die wenigen anderen Male, wo ich diesen Service genutzt hatte – für Kleinigkeiten –, war alles in Ordnung. Und z.T. dank Bonuspunkt-Gutscheinen auch preiswert. :)

  4. Matthias

    Sorry, da ich kein Geldscheißer bin und mir die Preise g-astronomisch vorkommen, kann ich nix zu sagen :)

  5. dyfa

    Ergänzung: Besonders interessant wird’s unter dem Aspekt, wenn die Bahn mal wieder so tut, als ob sie “Logistik” quasi erfunden hätte. ;-)

  6. Holger

    Wow, Deutschlands führender Bahnblog zitiert mich :)
    Ich fühle mich geehrt :D

    Schönes Restwochenende zusammen und: Prost!

  7. Flusskiesel

    Auf einer Urlaubsreise haben wir uns die Speisen im Speisewagen gegönnt. Nürnberger mit Sauerkraut und Kartoffelpüree, wenn ich mich recht entsinne.

    War durchaus genießbar und die Preise … naja.

    So ein Ausflug in den Speisewagen kann eine sehr langs Zugfahrt durchaus mal verkürzen.

  8. MartinP

    Meine Meinung - Sortiment zu schlecht:

    Vor einigen Jahren, als es im Speisewagen noch einen Raucher- und einen Nichtraucherbereich gab -
    Dienstreise nach Hamburg, Rückfahrt verzögert sich bis zum vorletzten IC Richtung Ruhrgebiet.
    Mittag- und Abendessen ausfallen lassen, nur Kekse vom Besprechungstisch…

    Abends mit Hunger in den Speisewagen. Es gab nur noch einen leeren Vierertisch im Raucherbereich. Ich setze mich da hin, und bestelle ein Steak mit Bratkartoffeln usw (Hunger ist zu schwach für meine Gefühle beim Warten).
    Das Steak kommt, und ich falle über das Zeug her - etwas zäh, aber Eßbar.

    Dann tauchen ein paar Douglas Verkäuferinnen auf der Rückfahrt von einem Seminar in Hamburg auf, setzen sich zu mir und fangen sofort an zu Rauchen, während ich noch esse.

    Auf meine Frage, ob sie nicht mit dem Rauchen warten könnten, bis ich mit dem Essen fertig bin, kam die spitze Antwort, daß das doch der Raucherbereich sei….

    Ich habe dann trotzdem aufgegessen.

    Der Kellner kam dann, als ich fertig war mit dem Essen der Damen, und ich bat ihn dann um die “Zigarrenkarte”. Leider gab es so etwas nicht (deshalb die Überschrift ;-) )…

    Jedenfalls kaufe ich seitdem nicht mehr bei Douglas ;-)

  9. Rudi

    Lausitz-Express

    Ich bin selten im Osten mit der Bahn unterwegs. Aber das gab es dort in der 2. Klasse: 1/4 l Kaffee und ein genießbares Baguettebrötchen mit Service vom Zugbegleiter AM PLATZ!

    Auch zum Bestellen musste ich nicht aufstehen. Der Kurs: 2€ (und Trinkgels war auch schon drin!)

  10. Flusskiesel

    Bei mir in der Heimat werden im “Dortmund-Sauerland-Express” auch kleine Snacks und vor allen Dingen Getränke verkauft.
    Das Angebot wird vor allen Dingen von Kegelclubs und anderen Ausflüglern auf dem Weg zu Sauerlandstern in Anspruch genommen, aber ich habe mir auch schon mal ein kühles Getränk gegönnt.

  11. Thomas

    Ich habe mit den Gerichten aus der Aktion “Europäische Spitzenköche kochen” (oder so) mehrheitlich gute Erfahrungen gemacht, toll waren insbesondere die Aktionsangebote “Dänemark” und “Tschechien”. Der Preis war o.k.

  12. Weiche

    Sich sein Frühstück selber machen ist ersten´s billiger und zweiten´s schmeckt es besser :-) Wenn ich die Horrow Preise lese und dann die Mini Portionen sehe, bin ich satt.

  13. Nicolas

    Ich erlebe es eigentlich regelmäßig in den Speisewagen, dass etwas aus, irgendwelche Technik kaputt oder das Personal ein wenig unmotiviert ist.
    Wenn das Klitschenpreise wären, wäre es in Ordnung, aber bei den Kursen, die die für das Essen nehmen, sollte auch eine etwas zuverlässigere Verfügbarkeit drin sein.
    Naja, wenn man sich die Zustände bei der Berliner S-Bahn anguckt, die vorgeschriebene Kontrollen an den Rädern einfach mal “vergisst”, dann sind das ja Kinkerlitzchen…

  14. Nico

    Auf die Idee, in der Bahn etwas zu essen, bin ich ehrlich gesagt noch nicht einmal gekommen :D Kann mir schon vorstellen, dass da Preis und Qualität in einem komischen Verhältnis zueinander stehen!

  15. Thomas

    Also ich als Österreich kann dazu nur sagen, es ist bei uns nicht anders :) Die Preise wären ja noch erträglich, sofern wenigstens das Service passen würde, aber das ist eben auch nicht der Fall. Ewiges Warten, nur noch die Hälfte vervügbar und dann noch unfreundliches Personal - stehen auch bei uns auf der Speisekarte :)

  16. Monty

    Ich kam bisher erst einmal dazu im Zug etwas zu essen zu kaufen (aus 4,5 Std. Fahrzeit wurden über 6 Std., da bekommt man Hunger).
    Es handelte sich um eine Currywurst im Boardrestaurant (Strecke Köln - Hannover). Der Bringer war es nicht und zudem natürlich auch recht teuer. Aber der Hunger treibts rein :D

  17. Olaf

    Dass die Bahn kein 3 Haubenlokal ist weiß man ja inzwischen und stellt sich darauf ein, aber die angebotene Qualität steht leider in keiner Beziehung zu dem Preis, da hat sich in den letzten Jahren nix geändert.
    Generell nehm ich bei längeren Strecken lieber selber etwas mit, aber manchmal möchte ich eben doch die “langweilige” Fahrt durch einen Besuch eines Bordrestaurants eben auflockern. Aber, wie schon gesagt, man kann zwar was trinken, aber Essen ist selten wirklich gut.

  18. Sue

    Ich finde das Essen meist ganz ok, allerdings wundere ich mich immer wieder was man bei der Zubereitung mit Mikrowelle etc. falsch machen kann. Der Klassiker: Currywurst, verdammt heiße Schale und innen noch TK.

  19. Wäller

    Meine Erfahrungen mit Bordrestaurants in ICEs sind durchweg positiv. Bisher leistete ich mir 5 x das Frühstück, bestehend aus 2 Brötchen, 1 Croissant, 6 kl. Scheiben verschiedener Brotsorten, Butter, je 1 Scheibe gekochten Schinken und Schnittkäse, je 2 Scheiben rohen Schinken und Salami, 1 Döschen Frischkäse, 1 x Konfitüre, 1 x Honig, 1 x Nussnougatcreme. Inkl. 2 x Kaffee nach Wunsch, ich wähle Latte Macchiatto. Preis: 9,90 Euro. Bei der Vielfalt meiner Meinung nach ok, Latte Macchiatto allein würde ja schon 6 oder mehr Euro kosten.

    Einmal wählte ich abends eine Aufschnittplatte, die ebenfalls sehr reichhaltig war und es wurde auf meinen Wunsch hin verschiedene Brotsorten serviert. Preis soweit ok.

    Im Bordrestaurant hatte ich bisher 2 x heisse Speisen: 1 x ein Eintopf, war schmackhaft, hätte aber mengenmässig ein wenig mehr sein können. Das andere mal vor kurzem Bioputenfrikasse mit Reis und Erbsen, hier fehlte jegliches Salz, konnte aber leicht behoben werden und war ansonsten sehr lecker. Preise habe ich leider nicht mehr im Kopf, aber da Bioprodukte fand ich es soweit ok.

    Nun zum Bordbistro in einem IC. Dort suchte ich ein vergleichbares Frühstück, wählte dann ein Frühstück mit Rührei. Es kam ein sehr trockenes Rührei mit unterschiedlichen Wärmetemperaturen, serviert mit 1 Brötchen, dazu 1 Butter, 1 Konfitüre, 1 Honig, 1 Nussnougatcreme, mit nur 1 Kaffeeservice. Damit war ich nicht zufrieden. Zumal das Brötchen recht klein war und ich mich fragte, wie ich die Auswahl an Süssem wohl unterbringen soll.

    An heissen Speisen versuchte ich mich an einer Biosuppe, die leider nur warm war und von einem Brötchen begleitet wurde, das eindeutig nicht Bio war.

    Nachteilig an Bistros im IC fand ich auch, dass man Tresen bestellen muss, dieser aber oft nicht besetzt ist, weil das Personal mit einem Tablett Kaffee servierend durch den Zug läuft. Allerdings bekommt nach erfolgreicher Bestellung dann die Speisen serviert, muss sich nicht die Suppe selbst am Tresen holen. Dennoch finde ich das Preis-Leistungsverhältnis im Bistro im Vergleich zum Bordrestaurant nicht stimmig.

    Mein persönlicher Fazit: Bordrestaurant in ICEs ok, Bistros in ICs möglichst umgehen.

  20. metal-heli

    Ich hab das Wäller beschriebene Frühstück im ICE einmal genossen, und war positiv überrascht. Reichhaltig, man hat danach wirklich ausgiebig gefrühstückt, und einwandfrei. Preislich auch voll ok, von daher - meine Frühstückserfahrung ist gut ;-)

  21. Jakob

    Meistens pendele ich nur zwischen Nürnberg und München und da lohnt sich das Essen auf der einstündigen Zugfahrt nicht, da gehe ich lieber in Münchener Restaurants lecker Weißwurst essen ;)

    Ich habe letztens im ICE von Karlsruhe nach Basel ein sehr leckeres Rindfleischgericht gegessen. Hätte zwar etwas mehr sein können, aber von der Qualität war ich wirklich angenehm überrascht. Dazu noch freundliches aufmerksames Personal und Bedienung am Platz (1. Klasse). Und wenn man sich mal die Preise auf deutschen Autobahnraststätten anschaut, dann ist es im Zug auch nicht unbedingt teurer find ich.

    Auf der Rückfahrt im Intercity wars das krasse Gegenteil: Schaffner nimmt keine Bestellungen entgegen, er habe für sowas keine Zeit, ich müsse selber ins Bordbistro gehen. Dort äußerst missmutiges Personal angetroffen, das trotz Speisekarte in 2 Währungen (EUR + SFR) meine Franken nicht annehmen wollte, warme Mahlzeiten gabs nicht (mehr), die vorhandenen Sandwiches waren von eher minderer Qualität.

  22. Peter

    Im EC Zürich - München und retour bin ich nur ein einziges Mal in den Speisewagen gegangen. Nach 3/4 Std. Wartezeit “durfte” ich endlich Weisswürste mit Kartoffelsalat bestellen, die einem später quasi auf den Tisch “geworfen” wurden. Die Weisswürste waren kaum geniessbar, der Kartoffelsalat eher kalte Sosse-Kartoffeln, mit viel Wasser, kaum gewürzt. Das Personal unaufmerksam, hektisch, unfreundlich. Seither nehme ich Essen und Getränke stets mit.

  23. blu ray player

    letzen Monat haben die in Ihrem Bahnmagazin über die Inrastrucktur der Boardrestaurants geschrieben. War sehr interessant.

  24. Disneyland Paris

    Gastronomie ist nicht wirklich etwas, was die Deutsche Bahn beherrscht. Ich hatte auch dem Weg zum Disneyland im Zug mal Brötchen geordert und die waren nicht nur ziemlich teuer, sondern auch pappelig. Ich würde jedenfalls immer vorher etwas essen, sicherheitshalber.

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