Werfen wir doch mal ein Blick rüber zu unseren Nachbarn, nach Österreich. Auch dort gibts ein großes Bahnunternehmen. Und auch dort gibts merkwürdige Geschichten. So auch folgende.
Es begab sich zur Adventszeit, dass ein Euro-City aus Budapest die Einfahrt nach Österreich begehrte. Doch dem Zugpersonal in Österreich war der Zug zu voll:
Weil der Euro-City EC 40 zwischen den Hauptstädten Budapest und Wien völlig überfüllt war, hatte ein Kondukteur der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) kurzerhand rund 300 Passagiere, die keinen Sitzplatz gefunden hatten, am Grenzbahnhof Hegyeshalom-Nickelsdorf aus dem Zug gewiesen und auf dem Perron abgestellt.
Die offizielle Begründung war, dass die Fluchtwege verstopft waren und auch keine Ticketkontrollen mehr durchgeführt werden konnten. Ein etwas drakonisches Vorgehen. Aber die ÖBB betont:
Die überzähligen Reisenden mussten nicht allzu lange auf die Weiterreise warten
Preisfrage: Was ist für die ÖBB “nicht allzu lange”? Nun das sind 40 Minuten, bei den frostigen Temperaturen bestimmt wirklich nicht lange. Immerhin konnten sie dann, nachdem sie aus einem Euro-City aussteigen mussten mit einem Regionalzug weiterfahren.
Dafür streitet man sich fleißig mit der ungarischen Bahn, wer nun Schuld hat und übersieht dabei, dass die Fahrgäste herzlich wenig interessiert, wer Schuld hat. Diese möchten mit einem Ticket pünktlich von A nach B gebracht werden. Dazu bemerkt die ÖBB an:
Ausserdem könnten die Passagiere ja auf Nummer sicher gehen und sich die Sitzplätze im Voraus reservieren.
Denn mit einem Ticket hat nur das Anrecht von A nach B gebracht zu werden. Wann das geschieht, dass liegt im Ermessen der Bahn. Der Österreiche Verein Fahrgast merkt in der Presse an, dass es in letzter Zeit häufiger vorkommen sei, dass die Züge so voll fahren, dass nur noch die Leute mit Reservierungen einsteigen durfent.
Fazit: Auch in anderen Ländern ist der Service nicht wirklich besser.